Archiv der Kategorie: Das Kind in mir

Vier Fäuste für ein Schweizer Talent

Die Entscheidung fiel mir nicht schwer am Samstagabend. Ich würde „Die grössten Schweizer Talente“ schauen und kurz vor dem Finale umschalten auf Arte. Dort nämlich lief am Samstagabend eine Doku über Carlo Pedersoli, den wir alle unter dem Namen Bud Spencer kennen und verehren.

Aber zuerst habe ich mir all die grossen Talente, die wir schon morgen wieder vergessen und verdrängt haben, angetan. Meine Güte, warum müssen Kinder singen? Darüber habe ich mich fast am meisten geärgert: da steht ein Junge auf der Bühne und trällert vor sich her. Die Jury, bestehend aus Helvetiens Bohlen-Klon DJ Bobo, „Siit ihr es Pärli“-Schätzeli Christa Rigozzi und dem „Schnurri der Nation“ Roman Kilchsperger, ist ganz lieb. Anstatt dieser präpubertären Heulboje zu sagen, sie soll erst mal gradus seichen lernen, wird der kleine gepusht und motiviert. Glaubt mir, auch mit Gesangstraining wird dat nichts, der hat die Töne nicht getroffen. Die fliehen vor ihm.

Und dann diese gepressten „I love Switzerland“-Geständnisse. Diese Talente sind da, weil sie was können und nicht, weil sie Schweizer werden wollen. Warum also diese Showeinlagen?
Der einzige Grund für mich bis 21.50 durchzuhalten, waren die Tambouren aus Kreuzlingen. Das hat wenigstens Spass gemacht. Am Samstagabend braucht man doch Action und nicht Balladen.

Allerdings verpasse ich die Krönung des Talents, weil ich dann gerade in Gedanken mit Terence Hill und Bud Spencer durch die Wüste reite, später ein Stück Fleisch esse und dazu laut rülpsen muss. Kommt ja schlussendlich alles aufs Gleiche raus.

Das Kind in mir: Frankensteins Tante vs. Die Märchenbraut

Ich geb’s zu: ich hab in meiner Kindheit ziemlich viel ferngesehen. Einiges davon war Bullshit, anderes ziemlich gut. Meine Mutter, Gott hab sie selig, liebte Fred Astaire und Ginger Rogers. Dass aus mir nur ein Hollywood-Musical-Fan werden konnte, wundert wohl keinen.
Die andere grosse Leidenschaft meiner Mutter waren Märchenfilme. „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ habe ich etliche Male gesehen. Ich habe gelacht, als sie den Prinzen geärgert hat, mir eine richtige Eule als Haustier gewünscht und vor Wut geheult, als die böse Stiefmutter gemein zu Aschenbrödel war.

Noch viel nachhaltiger hat „Frankensteins Tante“ mich und mein Frauenbild beeinflusst. Viveca Lindfors, die die Tante spielt, hat mich damals so beeindruckt, dass ich Altern plötzlich interessant fand. Dass die alte Dame mit Vorliebe dicke Zigarren rauchte, fand ich ziemlich cool. Die Titelmusik und die Special Effects waren für die damalige Zeit natürlich das Höchste für mich. Das unbeschwerte Spiel der verschiedenen Figuren von Albert über Igor zu Frankenstein und dem Werwolf hat mich als Kind fasziniert. Wie gerne wäre ich bei den Abenteuern dabei gewesen!

„Die Märchenbraut“, ebenfalls eine meiner liebsten Serien, hat mich als Kind nicht wirklich verstört, so wie etwa „Anderland“.
Die Tatsache, dass die Märchenwelt als Paralleluniversum existiert, scheint für Kinder keine Frage zu sein. Wenn ich heute „Die Märchenbraut“ anschaue, frage ich mich schon, welche unterschwelligen Botschaften darin verpackt sind und vermisse die Zeit, in der das keine Rolle spielte.

„Die Rückkehr der Märchenbraut“ fand ich dann nicht mehr so knackig, was einerseits an der etwas chaotischen Storyline und andererseits am Fehlen einiger meiner liebsten tschechoslowakischen Schauspieler wie Vladimír Mensík und Jana Nagyová lag.

Das Kind in mir: Anderland

Da hab ich mir mit sehr viel Elan den DVD-Schuber „Anderland“ gekauft, in Erinnerung an vergangene Zeiten vor dem Fernseher. „Anderland“ war nämlich die erste Kinder-Mystery-Serie im deutschen Fernsehen. Beim Recherchieren las ich zwar, dass die Serie nicht wirklich gut ankam, wollte mir jedoch selber nochmals ein Bild davon machen. Einer der Hauptkritikpunkte war, dass das Konzept, sich mit der Psyche von Kindern zu befassen, gründlich in die Hosen ging. Albträume sollen die kleinen Zuschauer vom Sehen bekommen haben.

Naja, liebe TV-Nerds, Albträume bekam ich zwar nicht, dafür sofort Kopfweh. Die Bilder sind nicht wirklich verstörend, sondern nur von schlechter Qualität. Die Dialoge entbehren jeglicher Logik. Die Stories sind nicht nur uninteressant, sondern auch noch moralisch belehrend, wenn man sie denn versteht. So kann ich nur eines sagen: Sparen Sie sich das Geld und kaufen Sie Ihren kleinen Kindern lieber „Neues aus Uhlenbusch“. Da haben Sie selber Freude daran und die Kleinen lassen Sie schlafen.

Arabian Sunrise

Wir erinnern uns an verregnete Samstagnachmittage anfangs der 90er. Der Fernseher läuft. Mutti kocht was Schönes. Die Kinder versammeln sich vor der Mattscheibe. Wahre Kunstwerke werden bewundert…

Da ist „Clash of the Titans„, der Film, der damals noch „Kampf der Titanen“ hiess und schwer abhängig machte. Harry Hamlin gab den halbnackten, schmolllippigen Helden, während Mutti immer wieder und mit viel Dramatik betont, dass der mit Ursula Andress ein Kind gemacht hat. In ihrem Alter!! Die Trickaufnahmen waren beeindruckend: das Einhorn, die Medusa und das Seeungeheuer. Wie sassen wir nur vor der Kiste? Besänftigt und das ohne Ritalin!!!

In „Der Dieb von Bagdad“ von 1940 kämpft Sabu gegen die psychedelische Tarantel und wird von dem riesenhaften, mit roter Windel versehenen Tschinn herumgetragen. Die „Silberne Maid“ mit den acht tödlichen Armen wird ihr Jegliches dazu beigetragen haben, dass wir (Männer!) diesen Film nicht mehr einfach so vergessen.


Der Held stapft durch „The Thief of Bagdad“ von 1961. Wir erinnern uns an arabische Ornamente, schöne Frauen, eine traumhaft-kitschige Filmmusik und: an Steve Reeves.
Mit seinem Gangster-Schnäuzchen wirkt er nicht wirklich historisch verbürgt, eher frisch aus der Muckibude. Zum Küssen kommt er nicht gross, schliesslich muss er das Böse bekämpfen. Charme oder Charisma hat er nie besessen, aber prügeln konnte er sich wirklich gut. Zwar ist aus bestimmten Quellen belegt, dass Reeves sich darüber beschwerte, seine Partnerinnen tragen zu müssen, aber was soll’s? Frauen freut der Film und der Anblick Reeves‘, weil’s doch um Romantik (das chinesische Märchen der Blauen Rose!!) geht. Männer werden Reeves wegen seines Bizeps und seiner Heldenhaftigkeit bewundern – oder beneiden. Was gibt’s Besseres für einen verregneten Frühlingstag?

In „Das Goldene Schwert“ verliebt sich Rock Hudson in die rothaarige, phasenweise etwas burschikose Piper Laurie, die auch schon mit Tony Curtis in „Die Diebe von Marschan“ rumgeknutscht hat. Der Film ist zackig, romantisch angehaucht und Hudson ist das perfekte role model für unsichere, aber gut aussehende Männer, die sexuell desorientiert wirken.

Sindbad the Sailor“ mit Douglas Fairbanks jr. und Maureen O’Hara erfreut auch 70 Jahre später noch durch Freude am Spiel, wackelnde Kulissen und ein Dekor, dass ans KaDeWe an Weihnachten erinnert.

Sandalenfilme waren mehr oder weniger berechtigt etwas ausser Mode. „The Gladiator“ und „300“ haben diese Meinung, besonders bei jüngeren Fans, etwas revidiert. Wahre Filmnerds werden mir vielleicht beipflichten: die Qualität der Filme aus den 60ern lässt zu wünschen übrig, besonders im Vergleich mit den heutigen technischen Möglichkeiten. Aber hatten all diese verruckelten Blue-Screen-Aufnahmen, Trickfilme aus des Z-Regisseurs eigener Badewanne bei Hochwasser nicht wirklich Stil??

Herzblut mit Whiskeygeschmack oder warum die Protagonisten in jeder Folge einen Arm in eine tierische Körperöffnung stecken

„All Creatures great and small“ oder auf gut deutsch „Der Doktor und das liebe Vieh“ ist eine typisch englische Serie aus den 70ern. Sie kommt unaufgeregt daher, aber nicht ohne Spannung und Emotionen und birgt im Original sehr viel Humor.

Christopher Timothy ist James Herriot, ein junger Tierarzt der in Yorkshire Assistent des erfahreneren Siegfried Farnon wird. Dieser ist nebenberuflich leidenschaftlicher Junggeselle, ein wenig cholerisch zwar, aber herzensgut im Umgang mit Tieren. Tristan ist Siegfrieds jüngerer Bruder. Er studiert noch, verbockt regelmässig Prüfungen und fällt hauptsächlich durch seine Frauengeschichten auf. Natürlich verliebt sich James in die schöne Helen, die bereits in der ersten Szene auftaucht. Wir erinnern uns an die junge Frau im Bus, die er nach dem Weg fragt.

Die zweite Hauptrolle in dieser Serie spielen die Tiere. Da geht’s um kranke Kälber, Schweine, Pferde, Katzen und Hunde. Herzergreifend sind die Geschichten und berührend ist die Armut, in der die Menschen damals lebten.
Running Gags gibt’s ebenfalls genug: da sind Siegfrieds Tobsuchtanfälle, Tristans hochtrabende Pläne und Misserfolge und die Tatsache, dass Siegfried es schafft, jeden einzelnen seiner Vorsätze sofort zu brechen und dann erst noch allen anderen die Schuld zu geben. Und dann ist da noch die Sache mit den Automobilen: irgendetwas ist immer defekt, meist sind es die Bremsen. Oder Tristan bringt es fertig, mit einem neuen Auto in eine Mauer zu donnern. Erinnern Sie sich noch an den heimlichen tierischen Star? Tricky-Woo hiess diese Mischung aus Staubwedel und Tamagotchi, gehörte der reichen, aber etwas verrückten Mrs. Pumphrey und war sogar einmal Mittelpunkt einer Champagner-Party…
Ein Lachen ist also trotz der immer wieder ernsten Stories garantiert.

Überhaupt muss man sich in der heutigen Zeit an diese Serie mit sehr viel Toleranz annähern: in praktisch jeder Szene wird getrunken und geraucht, was die Tapeten hergeben. Aber hey, das waren die 30er Jahre!

Die Bildführung dieser Serie ist sehr englisch: die Aussenszenen kommen sehr grob daher, manchmal gar dunkel, während die Studioaufnahmen scharf gestochen sind. Empfehlenswert hier: der Originalton. Niemand rastet so wunderbar aus wie Robert Hardy in seiner Rolle als Siegfried Farnon, auch wenn ich anmerken muss, dass seine deutsche Synchronstimme Erik Schumann ebenfalls klasse ist!

Beim Recherchieren stiess ich in punkto Synchro auf einen anderen grossen Namen: Elmar Wepper. Dieser hat lange Jahre seine Stimme James Herriot geliehen. Ich gebe mit Erröten zu, dass ich gar nicht wusste, dass dieser Ur-Münchner so perfekt hochdeutsch spricht!

Deshalb: sieben Staffeln sind erhältlich. Wer nostalgische Sonntagnachmittage auf dem Sofa mit Tee, Scones und Whiskey verbringen will, liegt beim Kauf dieser Serie nicht falsch. Fünf von fünf Pferdeäpfeln für „All Creatures great and small“.

Das Kind in mir – Teil 5

Wenn wir schon bei Kindheitserinnerungen sind: Highway to Heaven (auf gut Deutsch: Ein Engel auf Erden).
Ich habe zwar schon vor einiger Zeit darüber geschrieben, doch die Serie mit Michael Landon und Victor French ist nicht nur All-Time-Favourite und Buddy-Movie, sondern vor allem ein Symbol für vergangene Kindheit.

Ich erinnere mich an jene Abende, an denen wir vor dem Fernseher gesessen sind und darauf gewartet haben, dass die Wolken sich lichten und die traurige Musik läuft. Dann: Michael Landon in Lederjacke und Jeans, verstrubbelten, dunkel-blond ergrauten haaren, der über einen einsamen Highway geht. Victor French fährt in seiner verbeulten Kiste an ihm vorbei. Beide lächeln sich an.

Ganz im Ernst: Highway to Heaven hat meine Haltung in Sachen Mitmenschen und Religion wesentlich geprägt, viel mehr als Sonntagsschule und Konfirmationsunterricht. Jonathan und Marc, das waren zwei Vorbilder in Sachen Menschlichkeit, Wärme und Mitgefühl.

Natürlich ist Highway to Heaven durch und durch amerikanisch. Doch noch heute kommen mir die Protagonisten aus der Serien in den Sinn wenn ich an die „guten“ Amerikaner denke. Die Geschichten der kleinen und manchmal auch reichen Leute sind kitschig, doch treffen sie auch nach über 25 Jahren den Nerv.

Die Musik ist emotionsgeladen. Aber sie passt.
Ich wünschte mir, es gäbe auch für die Kinder von heute noch Serien, die sie berühren und prägen.

Das Kind in mir – Teil 4

Wir schreiben das Jahr 1984. Auf ZDF läuft eine Serie an, die das Bild vom Mittelalter wesentlich prägt und vor allem verändert: „Robin Hood“, im Original „Robin Of Sherwood“.
Junge, bei uns unbekannte Darsteller spielen die legendären Helden. Michael Praed ist Robin Hood. Er wirkt feminin, sensibel und gleichzeitig sehr entschlossen. Ray Winstone, bekannt aus King Arthur, spielt Will Scarlett. Er steht in der englischen Tradition der angry young men.

Neu an dieser Serie war das Konzept. Für einmal waren nicht etwa gestylte, perfekte (Hollywood-)Gesichter gefragt, sondern natürliche Charaktere. Die Schönheit Judi Trotts ist noch heute präsent. Ihre sommersprossige, rothaarige Lady Marian setzte einen neuen Modetrend in den 80ern.

Anders als die Verfilmungen aus Hollywood, ich erwähne hierbei nur Erroll Flynn, ist die englische Serie kein Kitsch, sondern realistisch anmutend. Die Helden sind schmutzig. Gewalt herrscht überall. Die keltische Mythologie ist allgegenwärtig. Noch heute prägen die Einstellungen des Gehörnten zumindest mein Bild von den Kelten und ihren Gottheiten.

Ein anderer Meilenstein stellt die Musik dar, die von Clannad beigesteuert wurde. Es lohnt sich, liebe Freunde des iPods, für einmal, den Soundtrack zu laden und durch einen herbstlichen Wald zu laufen.

Traurig, und da war ich wohl nicht die Einzige, war der Abgang Michael Praeds. Er bekam, nachdem er in der ganzen Welt als Robin Hood bekannt geworden war, ein Angebot für eine Rolle in Denver-Clan (meine absolute Hass-Serie aus den Achtzigern). Er wurde halbherzig, in der Hoffnung auf baldige Rückkehr, aus der Serie geschrieben. In der dritten Staffel tritt schliesslich Sean Connerys Sohn Jason auf. Da er nicht wirklich gut spielen kann, und die Merry Men die Serie nicht alleine trugen, war nach der dritten Staffel leider Schluss. Schade, denn wer genau hinschaut, merkt, wie sehr die Crew Spass beim Drehen hatte.

Fans der Serie empfehle ich natürlich die drei Schuber, wobei ich mich schon frage, ob man die dritte Staffel wirklich braucht. Andererseits: Hey, es ist Robin Hood und wir waren damals noch Kinder!

Das Kind in mir – Teil 3

In den 80ern waren psychedelische Kinderserien gar nicht so selten. Ich erinnere gerne an „Anderland“, eine Sendung, die ich weder verstand noch mochte. Der kleinwüchsige Mann erschreckte mich, in Erinnerung bleiben lediglich Bilder von kahlen Baumstämmen und schwebenden Bällen.

Meine liebste Sendung von allen war aber „Franz und René“. Wen wundert’s? Franz Hohler und René Quellet haben Tausende von Kindern geprägt mit ihrer Art des Fernsehmachens. Kindliche Fantasie braucht weder Plastik noch Spielzeugpistolen. Vier Wände reichen. Wenn dann noch das Filmkistli rumsteht und das unerreichte Schoggi-Album, ist der Himmel nahe. Franz, in seinen etwas komischen Kleidern und seinen knallroten Socken, war der ewige Besserwisser. Er konnte alles erklären und hatte sogar für nicht vorhandene Probleme eine Lösung. René hingegen war Anarchist. Er schwieg. Sprechen konnte er schon, doch nur, wenn Franz es nicht erwartete. Sein „Ich säge nüt“ ist legendär.

Fast 20 Jahre lang haben die beiden Fernsehen für Kinder gemacht. Ich bin dafür heute noch dankbar. Ach ja, die Sendungen sind auf DVD erhältlich und für Kinder (und ihre Eltern) sehenswert. Und so antworte ich auf die Frage: „Chunnt nö öppis?“, mit einem Kopfschütteln.

Das Kind in mir – Teil 2

„Neues aus Uhlenbusch“ heisst ein anderes Fernsehjuwel, diesmal aus Deutschland. Mit Schrecken erinnere ich mich an die Fernsehnachmittage zurück, an denen diese Sendung lief. Als Hühnerfan war für mich nur schon das Intro mit dem von der Müllabfuhr beinahe angefahrenen Gockel eine Qual. An die Geschichten erinnere ich mich allerdings nicht mehr gross. Nur eine Szene bleibt unverrückbar da: die Krämerin streckt ihre blaue Zunge raus. Ich wundere mich noch heute, dass „Uhlenbusch“ am Nachmittag lief. Zwar ist Hans Peter Korff als Onkel Heini ganz grosse Klasse, ebenso der kleine Moritz Bleibtreu. Aber ganz im Ernst, Fastfood-Kinderprogramm war das nicht wirklich, oder?

Vom heutigen Standpunkt aus gesehen stellt „Uhlenbusch“ hochwertige, weil anspruchsvolle und realistische, Fernsehunterhaltung dar. Das Konzept der Sendung, echte Probleme von Kindern zu zeigen (Gewalt, Alkoholismus der Eltern, usw.) war mutig. Die Umsetzung überzeugt noch heute. Dass sämtliche Staffeln auf DVD erhältlich sind, freut natürlich das tvreal-Herz. Ein gutes Geschenk für Weihnachten ist das allemal.

Das Kind in mir: Teil 1

Früher war alles besser. Serien-Fans wissen das. Nehmen wir mal das Kinderprogramm. Da gab es einige Sendungen, an die wir heute noch gerne zurück denken. Da ist beispielsweise „Die Vogelscheuche“ im Original „Worzel Gummidge“, eine englische Kinderserie, die von einer frechen, etwas zerfledderten Vogelscheuche handelt. Worzel, gespielt von Jon Pertwee, liebt es Streiche zu spielen und sich zu verkleiden. Manchmal verliert er auch seinen Kopf, was ich als kleines Kind besonders grauenvoll fand. Die Figuren sind herrlich überzeichnet, manchmal erinnern die Kostüme an billige Splatterfilme. Auf Englisch ist „Worzel Gummidge“ ein Heidenspass, skurril und witzig. Leider ist die DVD-Collection nicht auf Deutsch erhältlich, was aber echte Fans der englischen Fernsehunterhaltung nicht vom Kauf abhalten wird.