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Der dümmste deutsche Titel. Die Protagonisten.

Die erste Folge, die ich von „Home Improvement“ gesehen habe, war eine Offenbarung für mich.

Als Tochter eines Vaters, der handwerklich begabt ist, war ich total angefixt von jener Welt, die ich ach so gut kannte. Ich durfte jeweils Vaters Schrauben sortieren. Zum ersten Mal habe ich „Home Improvement“ Mitte der 90er Jahre gesehen. Ich war knapp volljährig, hatte meine erste eigene Wohnung und einen munzig kleinen Fernseher. In der Mittagspause hab ich jeweils RTL angemacht und mir Tim Taylor’s Tool Time reingezogen.

Den deutschen Titel „Hör mal, wer da hämmert“ fand ich von jeher ziemlich doof. Aber die Protagonisten habe ich geliebt. Obwohl, Tim Taylor war mir nicht wirklich sympathisch. Ich empfand den Typen als laut und chaotisch. Seine Frau Jill hingegen war süss. Mit den drei Söhnen konnte ich nicht viel anfangen und das lag nicht nur an den peinlichen Doppelvornamen der Darsteller.

Mein Interesse galt den Nebendarstellern. Da war beispielsweise der bärtige Al Borland, der immer Karo trug und den ich auf verstörende Weise sexy fand, weil er wirklich intelligent und sensibel war. Der Nachbar der Taylors, Wilson, war für mich so eine Art Guru. Er hatte auf jede Frage eine Antwort und war durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Seine Bonmots, die wunderbare Einrichtung seiner Wohnung und seinen reichen Erfahrungssschatz empfand ich als jeweiligen Höhepunkt der Sendung. Dass er immer nur Teile seines Gesichts zeigte, war nur ein Grund mehr, ihn interessant zu finden.

In den ersten Staffeln trat ein zukünftiger Weltstar auf. Nur wusste das damals keiner: Pamela Denise Anderson war ziemlich blond. Und üppig. Ich fand die totlustig.
Ihre Nachfolgerin Debbe Dunning, wir haben am selben Tag Geburtstag!!, hingegen war nicht nur sexy und lustig, sondern auch wirklich mit eisernen Nerven ausgestattet. Die Zahl meiner männlichen Freunde, die diese Frau verehrt haben, ist unendlich.

Natürlich gab’s auch Gaststars. Falsche und echte. Unvergesslich bleibt mir die Folge mit den Astronauten, darunter Claude Nicollier. Auch die Jungs von K&B (ein echtes Bauunternehmen dieser Zeit), ein Haufen von unrasierten, etwas harten, aber eigentlich ziemlich netten Kerlen, fand ich toll. Bob Vila, der erklärte Saubermann und Konkurrent von Tim, war mir damals eher unsympathisch. Erst im Nachhinein wurde mir die ironische Komponente seiner Gastauftritte bewusst.

… Fortsetzung folgt …

„Das Dschungelcamp“ als Zuschauer überleben

Ich stell jetzt mal die Frage aller Fragen: Warum schauen Sie den Scheiss überhaupt?
Ach, Ihre Freundin findet Dschungelcamp ziemlich abgefahren und Sie wollen sich nicht als notgeiler Spiess-Bildungsbürger outen. Na dann! Ich habe die richtigen Tipps für Sie:

Schüssel bereit halten
Falls Sie Besitzer eines schwachen Magens sind (zertrampelte Insekten und Maden im Todeskampf sind nicht jedermanns Sache), empfiehlt es sich, ganz unauffällig, eine Schüssel bereit zu stellen. Im Falle eines Falles verschonen Sie so den heiligen Flokati und der Abend ist gerettet.

Karmapunkte sammeln
Wenn es Ihnen zu nahe geht, dass da unschuldige Tiere gemetzelt werden, empfehle ich Ihnen die Anschaffung eines Vogelhäuschens im Garten. Während Ihre Holde sich doof schaut, können Sie einen Blick auf die lieben Vögelchen werfen. Falls die dann nicht in der Heia sind.

regelmässig Vitalwerte messen
Wenn die Sendung Sie so sehr ekelt, dass Sie glauben, jeden Moment zu sterben, rate ich Ihnen, Fiebermesser und Blutdruckgerät bereit zu halten. So sind Sie für alle Gepflogenheiten des Fernsehabends gewappnet.

Notfallmedikamente bereit halten
Ganz wichtig sind intellektuelle Soforthelferchen wie Kreuzworträtsel oder Sudoku. Am besten, Sie lösen versteckt Ihre Rätsel, dann bekommt Ihr Gehirn auch keinen grösseren Schaden, während Sie das „Dschungelcamp“ schauen und/oder hören. Eine Sonnenbrille dürfte Ihnen ebenfalls helfen.

Das Unvermeidliche tun
Ganz im Ernst. Sie sind mit einem Menschen zusammen, dessen Fernsehgeschmack dem Ihren so konträr entgegen gesetzt ist, dass Sie krank davon werden?? In Ihrem Falle macht Liebe nicht blind, sondern blöd.

Wie man im Dschungelcamp überlebt

Nachdem Du also so prominent (und abgebrannt) bist, dass RTL Dich mit in den Dschungel nimmt, steht die nächste, vielleicht sogar schwierigste Aufgabe bevor. Du musst überleben.

Natürlich geht’s hier nicht drum, dass Du um Dein Leben kämpfen musst. Dieser Kampf ist viel härter: du steigst in den Ring um die Gunst des Publikums. Es soll Dich lieben. Das tun sie natürlich ohnehin, zumindest während die Sendung läuft.
Deine Rivalen sind, genau wie Du, C-Promis, die um jeden Augenblick Aufmerksamkeit kämpfen. Sie tun es mit allen Mitteln. Du solltest Dich also gut vorbereiten:

Zeig Brüste.
Falls Du keine hast, tut es auch ein Sixpack. Die Fernsehzuschauer wollen schliesslich was sehen. Schöne Menschen leiden einfach besser.

Lästere.
Der einzige Grund, warum so viele vor dem Bildschirm sitzen, ist, weil sie sehen und hören wollen, wie du und die anderen lästern. Drum tu es ausgiebig und knallhart. Die nächste Bild-Schlagzeile ist Dir sicher!

Zeig, dass Du ein sexuelles Wesen bist.
Fang unbedingt mit einem anderen Camp-Mitglied was an. Die Leute warten darauf. Wenn Du bereits einen Freund hast, bau darauf, dass der weiss, dass Du alles für Deine Karriere tun würdest.

Sei keine Zicke.
Zicken mögen die Leute gar nicht und es führt höchstens dazu, dass Du täglich an die Dschungelprüfung gehen musst. Falls es Dir Spass macht, Insekten den Kopf abzubeissen, sprich bloss nicht drüber. PETA wird dich sonst niemals bitten, für sie Werbung zu machen.

Übernimm die Rolle des Leitwolfs
Ganz wichtig: jemand muss nun mal die faule Truppe anführen. Wer könnte dies besser als Du? Schliesslich bist Du wer. Wenn Du der Leitwolf geworden bist, dann schau, dass möglichst immer alle beschäftigt sind, damit Du Dich ausruhen kannst.

Wenn Du am Ende Dschungelkönig oder -königin geworden bist, hast Du’s geschafft. Alle draussen werden vor Dir mächtig Respekt haben. Den hast Du Dir aber auch schwer verdient!

Wie man ins Dschungelcamp kommt.

Immer wieder mal werde ich von jungen, hofffnungsvollen Menschen gefragt, wie es denn nun möglich wäre, ins “Dschungelcamp” zu kommen und bei der fröhlichen Insektenfresserei mitzumachen. Aus diesem Grunde habe ich mich entschlossen, eine Gebrauchsanleitung ohne Gewähr zu erstellen:

  1.  Ganz wichtig ist Schulbildung, bzw. deren Abwesenheit.. Es macht sich nicht gut, wenn Du gebildet ins Camp gehst. Berufslehre und Studium werden total überbewertet und stören nur, während Du mit den Teilnehmern über andere lästerst.
     
  2.  Achte möglichst früh, so etwa ab acht Jahren, darauf, dass Du Dich an vielen Castingshows bewirbst und einen eindrucksvollen Auftritt hinlegst. Du brauchst aber weder singen, noch tanzen zu können. Hauptsache ist, Du fällst auf. Das wird Dir dann in ein paar Jahren helfen, in den Dschungel zu kommen. Wenn Du dann noch eine Rolle in einer Soap kriegst, bist Du bestens vorbereitet.
     
  3. Operierte Körperteil sind von Vorteil, besonders geliftete Gesichter, Schlauchbootlippen und vergrösserte Brüste. So zeigst Du, dass Dir Dein Körper wichtig und vor allem: was wert ist. Amputierte Gliedmassen eignen sich übrigens nicht so, da Dein Poster ja schliesslich noch in der Bravo erscheinen muss.
     
  4.  Habe ein spannendes Privatleben. Es ist eigentlich egal, ob Du schwul, hetero oder bi bist. Hauptsache ist, die Leute draussen finden es interessant.
     
  5.  Mach Schulden. Schliesslich muss es ja einen Auslöser für Deine Bewerbung geben.
     
  6. Sei verzweifelt. Denk daran, man wird auf dem Bildschirm sehen, wie Du lebenden Raupen die Köpfe abbeisst, wie Du Känguruhhoden isst und man wird Dir gemixtes Blut mit Leber in den Mund spritzen.

Ach ja, und falls Dir diese Bedienungsanleitung was gebracht, schick mir doch bitte ‘ne Karte aus dem Urwald. Ich sammle nämlich Briefmarken.

Alles neu macht der Januar!!

Endlich ist die dröge Weihnachtsfilmzeit vorbei. Endlich laufen auf den Sendern für das besondere Interesse Serien, die nicht nur das Herz, sondern auch das Hirn bilden.

Da wäre beispielsweise „Der Bachelor“. Da sucht ein „gutaussehender“ Mann mit exotischem Beruf (Area Manager!!) die Frau fürs Leben. 20 willige Kandidatinnen kämpfen um ihn. Sie tun das mithilfe von tiefen Ausschnitten, falschen Brüsten, schwülstigen Abendkleidern und gepimpten Frisuren. Am Ende der jeweiligen Sendung verteilt „Der Bachelor“ seinen Damen, die eine Runde weiterkommen, eine Rose. Wer keine Rose kriegt, darf gehen und bekommt vielleicht eine eigene Talkshow.

Schon vor neun Jahren lief „Der Bachelor“ auf RTL und wir erinnern uns dunkel an den schleimig-eleganten Marcel Maderitsch, der mit pseudo-unterschwelliger Erotik Rosen verteilte.
Ein Jahr später folgte „Die Bachelorette“. Monica Ivancan durfte sich aus 25 Herren ihren Traumprinzen auswählen und kriegte am Ende dann doch nur Oliver Pocher.

 

Ab dem 13. Januar läuft endlich wieder „Das Dschungelcamp“ auf RTL an. Freunde des Abartigen dürfen sich auf Känguruhhodenessende Z-Promis, Taranteln und geistvolle Gespräche am Bildschirm freuen.

Elf deutsche Promis, bzw. sie halten sich dafür, verbringen ein paar Tage im Dschungel, der keiner ist. Das ist schon mal sehr unlustig. Andererseits ist meine Lieblings-Trash-Ikone Brigitte Nielsen dabei und da wird man sich hoffentlich auf ihren geilen Dialekt und ihren getunten Astralkörper freuen dürfen.

Der einzig wahre Grund, sich diese Sendung anzutun, und ja: bitte niemandem erzählen, dass Sie’s tun, ist das Moderatorenteam. Sonja Zietlow und Dirk Bach sind entwaffnend böse. Sie sprechen das aus, was Sie zuhause auch tun, während  Sie diese Sendung schauen. Wenn Sie gerade Psychologie studieren, macht ein Reinzappen auch Sinn. Sich gegenseitig zerfleischende Menschen kriegen Sie sonst nur während einer Scheidung oder beim Krieg am Gartenzaun zu sehen.

Silvesterknaller für Kenner: Die Zürcher Verlobung

Einer meiner liebsten Silvesterfilme ist „Die Zürcher Verlobung“. Diesen Film muss ich mir mindestens fünf Mal im Jahr ansehen, weil er so zuckersüss, lustig und sehr romantisch ist. Noch heute finde ich Bernhard Wicki in seiner Rolle als Büffel ziemlich anziehend. Als Kind war ich natürlich total verschossen in Paul Hubschmid und etwas neidisch auf Lilo Pulver.

Der Film handelt von einer jungen Autorin namens Julchen, die unglücklich verliebt ist und mit ihrem Freund Schluss macht. Sie besucht ihren Onkel, einen Zahnarzt und verliebt sich dort in den Begleiter eines Patienten, der nach Alkohol riecht. Dieser Begleiter, Jean Berner, sieht sehr gut aus, ist Schweizer und wird vom wunderbaren Paul Hubschmid gespielt.

Die junge Autorin schreibt in ihrem Liebeshoch einen Roman, der als Drehbuch verwendet wird und von eben jenem trunksüchtigen Patienten, Büffel, verfilmt werden soll. Der ist nämlich in Wirklichkeit nicht Alkoholiker, sondern Regisseur. So schnell kann’s gehen mit der Karriere!

In einer geselligen Runde verhaspelt sie sich in Lügen und behauptet, sie sei verlobt mit einem Schweizer namens Uri. Büffel hilft ihr aus der Bredouille und nimmt sie sogar mit in die Schweiz, wo sie hofft, wieder auf den schönen Schweizer zu treffen.

So verbringt sie Weihnachten und Silvester in St. Moritz, schreibend und streitend mit Büffel und hat sogar ihren Flirt mit Jean. Als sie Jean aber in Zürich besucht, muss sie erkennen, dass sie diesen Mann gar nicht liebt und in Wirklichkeit in Büffel verknallt ist.

Der Film lebt von der Anziehungskraft der Hauptdarsteller und dem wunderbaren Drehbuch. In Erinnerung blieb mir auch das 50er Jahre Dekor, die Musik und die vielen Gaststars. Wie sehr habe ich mir immer gewünscht, einmal wie Lilo Pulver im grünen Kleidchen Silvester zu feiern!

Carte blanche für Ray Kroebl: Kochen mit Rachel und Robin

Nein, keine Kochsendung, über die ich hier schreiben möchte. Es geht vielmehr um eine Art von Ursachenanalyse. Ich will einfach wissen, warum ich in zwei Fällen zum hoffnungslosen Serienjunkie geworden bin. Die erste Sucht, die habe ich – abgesehen von gelegentlichen Rückfällen an langweiligen Regentagen – hinter mir gelassen. Sie heisst ‘Friends’ und ist und bleibt (möglicherweise) die erfolgreichste TV-Serienproduktion aller bisherigen Zeiten. Die zweite ist akut. Sie ist der Stoff, den ich mir gegenwärtig reinziehe; das süsse, zwar nicht in Dosen dafür in Episoden gelieferte, immer mit drei Kameras gemixte Gift, das gegenwärtig über die Bildschirme strahlt: ‘How I met your Mother’, das wir der Einfachheit halber ab hier nur noch ‘HIMYM’ nennen wollen. ‘LSD’ hat man schliesslich auch kaum je ausgeschrieben.

Ich war und bin ein fanatischer Fan (nein, so geschrieben ist das kein Pleonasmus!) von ‘Friends’. Bei ‘HIMYM’ verhält sich das gar nicht anders, auch wenn ‘Friends’ bereits TV-Geschichte ist und wir alle den Ausgang von der ‘HIMYM’-Story noch gar nicht kennen. Trotzdem stellt sich nicht nur mir selber, sondern vor allem meinem Umfeld die nicht ganz unberechtigte Frage, warum man einen gestandenen Mann (ich bezeichne mich selber gerne so) über Jahrzehnte mit Produktionen wie den beiden an der Serienstange halten kann.

‘Friends’ – alle 10 Staffeln und 236 Episoden habe ich gesehen. Mehrmals. Meine DVDs sind durchgescheuert, inzwischen. Obwohl ich amerikanische Produktionen immer in Originalsprache geniesse (zeitgenössisch-amerikanischer Humor ist schlecht übersetzbar, finde ich), habe ich auch eine Anzahl der Episoden in Finnisch, Mandarin, Urdu und Hindi gesehen und gehört. Keine dieser Sprachen verstehe ich – aber ich kenne sowieso den Text sämtlicher Handlungsteile auswendig, dann spielt das kaum eine Rolle. Wenn man schlaflos mit Jetlag in irgendeinem Hotelzimmer in Helsinki, Mumbai oder Hong Kong liegt, macht sowieso nur noch ‘Friends’ glücklich und bringt zum schlafen. Aber eben, ‘Friends’ hab ich hinter mir. Diese Kultserie wurde von 1994 bis 2004 abgedreht aber läuft noch immer, immer wieder, überall. Steht eben auch im Regal bei mir. Manchmal nasche ich.

‘HIMYM’ ist jetzt gerade, während ich schreibe, zu sehen. Auch auf heimischen SRF-Sendern sogar ,das macht mich glücklich!,im Zweikanalton. Wenn man beim durchzappen auf ‘HIMYM’ stösst, ist es wohl aber meist Pro7, an dem man hängenbleibt – denn die senden da kaum noch etwas anderes, seit Monaten. Ende des Diskurses.

Wir wissen nicht, wie das weiter gehen wird, mit der Geschichte bei ’HIMYM’. Episode für Episode kommen neue Rätsel. Schweissüberströmt im Delirium des Entzugs, noch bevor irgendwas davon am hiesigen Fernsehen zu konsumieren ist, hängt sich der hoffnungslose Junkie an die legal zweifelhaften Nadeln der Internet-Downloads. Und holt sich den Stoff. Klaut ihn. Dass er derweil die ersten sechs auf DVD erhältlichen Staffeln bereits im Regal stehen hat und auch diese immer und immer wieder ansieht, ist, na ja, logo.
OK, da sind ‘Friends’, und ‘HIMYM’. Hier bin ich. Süchtig. Warum? Was sind die Ingredienzen in dem Stoff, die mich nicht loskommen lassen davon? Was hält mich nächtelang vor der Kiste wach, zwingt mich zu übermässigem Konsum von Popcorn (von den Nüsschen bin ich glücklicherweise weggekommen) bis ich auf dem Sofa vor Erschöpfung einschlafe?
Es gibt ein Rezept dafür, natürlich! Womit wir doch beim Kochen wären.

Um mich hoffnungslos abhängig zu machen, nehme man (je nach Geschmack):

  • ganz viel New York City, mit viel Manhattan, etwas Brooklyn, Trips hinüber nach Staten Island und Seitenhiebe nach Poughkipsie und Long Island
  • eine Gruppe junge, lebensfreudige, normale, schöne Menschen, teilweise in WGs zusammenlebend
  • eine Stammbeiz (Central Perk, McLaren’s)
  • eine neu zur Gruppe gestossene, bildschöne, ach so beschützenswerte, herzensgutunschuldigzugereiste Wahnsinnsfrau (Rachel Green, Robin Scherbatsky) der ob aller Ambitionen immer viel falsch läuft im Leben
  • einen überdimensionalen Macho/Weiberhelden mit den coolsten Sprüchen (Joey “How’ yooo doooin’?” Tribbiani bzw. Barney ”Legen-dary!” Stinson)
  • ein Pärchen, das sich in die Ehe verabschiedet – mit allen dazugehörigen Turbulenzen (Monica Geller und Chandler Bing bzw. Lily Aldrin und Marshall Eriksen)
  • den Mann, der ziemlich unbeholfen die Frau seines Lebens sucht (Ross Geller bzw. Ted Mosby)
  • eine Wundertüte voll von eingestreuselten Cameos, wie die zum schreien komischen Auftritte von Stars wie Sean Penn, Britney Spears, Jennifer Lopez, Alec Baldwin, Brad Pitt, Bruce Willis, George Clooney, Susan Sarandon, Winona Ryder, und noch so vielen anderen
  • ganze Heerscharen von talentierten Drehbuch- und Dialogschreibern, Produzenten, Regisseuren, Kameraleuten und Tontechnikern

Dann geht’s. Das funktioniert, das kann man kochen. Dann gewinnt man nicht nur Emmys und andere Fernsehpreise in Serie. Dann hat man auch Publikum, dann wird die ganze Chose – ich bediene mich Barney Stinson’s Worten “LEGEN-DARY” – und macht mich zum Junkie.

‘HIMYM’ läuft noch. Wir sind mitten in der 7. Staffel, ab Januar 2012 geht’s weiter.
So, wer nun den Eindruck erhalten hat, ich hätte all dies im Sinne von Zora s Bildschirmbeobachterblog recherchiert und geschrieben, wird nun enttäuscht werden.
Mein Beweggrund für all diese Zeilen ist bloss der Wunsch nach dem Podium. Ich wage es hier und hoffe, sie liest mit:

“Robin Scherbatsky, will you marry me?”

 

 

 

In unregelmässigen Abständen schreiben befreundete Autoren über ihre Lieblingsfernsehserien.

Ray Kroebl lebt und arbeitet in  Zürich

 

Die gegen den Wind tanzen – JRZ11

Seit mittlerweile drei Jahren gibt’s auch in Helvetien eine charismatische Spendenaktion des glücklich-vereinigten Schweizer Radios und Fernsehens.
Während einer Woche sendet DRS 3 immer, zeitweise auch SF 2, von einem Platz in einer Schweizer Stadt, in diesem Jahr aus Luzern, der Tourimetropole. Drei Moderatoren wechseln sich am Äther ab, ernähren sich von Flüssigem, und die Zuschauer und Zuhörer spenden währenddessen. Sie stehen an, um ihr Geld durch einen Schlitz an der Scheibe der „Glasbox“ zu schmeissen.

Als kritischer Mensch könnte ich hier einwerfen, dass hier alle etwas durch den Wind geraten sind; so eine Art Massenhysterie, hervorgerufen durch die geschickte Kombination von Fernsehen, Internet und Radio. Wie Lemminge folgen sich die Spender, stehen in Schlange und werfen schliesslich ihr sauer verdientes Geld einfach weg. Die Zeitungsberichte der letzten Tage scheinen diese Vermutung zu untermauern.

Die Moderatoren Nik Hartmann, Anic Lautenschlager und Kathrin Hönegger (aus Amden!!) schaffen es, mit ihrem Engagement die Schweiz sechs Tage bei der Stange zu halten. Man lacht und leidet mit und will auch gar nicht wissen, wie es in der Glasbox nun wirklich riecht. Für mich als TV-Geek scheint klar, dass die Schweiz einen wie Hartmann auch weiter braucht. Mit seinem Charme und seinem Talent, dass er nur schwer unter Kontrolle halten kann, ist er für mich so eine Art alpiner Peter Alexander. Er kann singen, er kann tanzen und – staubsaugen.

Doch es gibt auch noch eine andere Seite: während einer Woche strampeln sich Männer, Frauen und Kinder im wahrsten Sinne des Wortes für andere ab, denen es wirklich an Lebensnotwendigem mangelt. Diese Haltung scheint im Rahmen des aktuellen Zeitgeists nicht wirklich verständlich. Ganz im Ernst, mich hat hat es begeistert, mit welcher ungeahnten Kreativität und Begeisterung die sonst so spröden Schweizer auf Spendensammlung gehen. Auftreten tun hier für einmal nicht die sonst so präsenten Servelatpromis aus „Glanz & Gloria“, die nur gerne spenden, wenn es nicht mindestens Champagner und Häppchen for free gibt (und eine Fernsehkamera sowie schnuckeliger Maskenbildner in Griffweite herumsteht).

Nein, hier sind die Menschen auf dem Platz, die mit ihrer Spende auf alltägliche Dinge verzichten. Und das sind keine Pelzmäntel von lebendig gehäuteten Hermelinen. Die wirklichen Helden von „JRZ“ sind nicht die Leute vom Fernsehen oder Radio, sondern die Menschen auf der Strasse. Da kann selbst ein müde inszeniertes „Happy Day“-Finale nichts dran ändern.

Weihnachten für Nerds – Teil 2

Hätt ich nicht gedacht, dass ein einfacher, ausgerotzter Blogbeitrag dazu führt, dass ich so viele konstruktive Mails bekomme, weil meine Liste nicht vollständig ist.

Natürlich ist sie das nicht! Ist sie nie. Alltagsrealität sollte euch ein Begriff sein, liebe Nerds.

+Stephan zum Beispiel empfiehlt explizit „National Lampoon’s Christmas Vacation“ auch bekannt als „Schöne Bescherung“. Wer allerdings Chevy Chase nicht mag, also ich!, wird diesen Film nicht zuoberst auf seiner Liste haben. Sehenswert ist er auf jeden Fall. Die Mischung aus Comedy und Fremdschämen ist nicht zu verachten.

@nggalai liess mich wissen, dass Weihnachten ohne „Die Hard 1+2“ gar nicht geht. Natürlich nicht. Raclette schmeckt sehr viel besser mit einem blutenden, fluchenden Helden, seinem Buddy und den unvermeidlichen Ballereien. Zu Teil 1 ist zu sagen: Ladies, Sie sollten den Film auf jeden Fall im Originalton anschauen. Zwar können sich Bruce Willis’ Muskeln durchaus sehen lassen, aber Alan Rickmans Stimme wird Ihnen erotische Schauer über den Rücken treiben. Es ist schliesslich Weihnachten!

@mostinder empfiehlt „Drei Nüsse für Aschenbrödel“. Der Film hat auch nach 30 Jahren nichts von seinem Charme und seinem Zauber eingebüsst. Zwar finde ich „Der gläserne Pantoffel“ mit Leslie Caron auch nicht ohne, doch der tschechoslowakische Film sucht seinesgleichen. Und, Ladies? Sind wir nicht alle in unseren Herzen Aschenputtel?

Weihnachten für Nerds

Man sagt, Weihnachten sei die schönste Zeit des Jahres. Dem ist nichts hinzu zu fügen.
Es ist natürlich sehr schön, sich in der Migros um die letzten Lachsstücke zu prügeln oder im Denner hinter all den jugendlichen Trinkern anzustehen. Da kommt Stimmung auf.

TV-Nerds müssen sich all diesen Problemen nicht aussetzen. Schliesslich gibt es Hauslieferdienste. Doch der vermeintlich festlichen Stimmung entkommt man nur durch gute Vorbereitung, sprich: die richtigen Filme:

Wir erinnern uns an 1995 und Sandra Bullock in „While you where sleeping“. Damals war die Welt noch in Ordnung. Bill Pullman, ihr love interest, war noch nicht als amerikanischer Präsident in „Independence Day“ tätig, sondern konnte sich ganz auf die romantische Beziehung zur Kassenwartin konzentrieren. Hach, nach diesem Film wollten wir doch alle nach Amerika und mit einer echten amerikanischen Familie Weihnachten und Neujahr feiern und Omas Punsch saufen.

Einer der wunderbarsten Weihnachtsfilme für Fans des amerikanischen Filmmusicals ist „White Christmas“. Bing Crosby, der Mann mit der Stimme aus Samt, und Danny Kaye, der begabteste Spassvogel der 50er Jahre, helfen als ehemalige Soldaten ihrem Kommandanten aus der Misere und verlieben sich erst noch in zwei tolle Frauen: Vera-Ellen und Rosmarie Clooney (Georges Tante!!)

Unrettbaren Zynikern sei „It’s a Wonderful Life?“ empfohlen. Frank Capra war der Regisseur und James Stewart ist der Protagonist. Wir lernen George Bailey kennen, der sich umbringen will, Clarence, der alte Engel ohne Flügel, wird auf die Erde geschickt, um ihn zu retten. Georges Geschichte ist geprägt von Mut, Tapferkeit, Krieg und Engagement für die anderen. Am Ende des Films kehrt George zu seiner Familie zurück und Clarence erhält seine Flügel.