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Vier Fäuste für ein Schweizer Talent

Die Entscheidung fiel mir nicht schwer am Samstagabend. Ich würde „Die grössten Schweizer Talente“ schauen und kurz vor dem Finale umschalten auf Arte. Dort nämlich lief am Samstagabend eine Doku über Carlo Pedersoli, den wir alle unter dem Namen Bud Spencer kennen und verehren.

Aber zuerst habe ich mir all die grossen Talente, die wir schon morgen wieder vergessen und verdrängt haben, angetan. Meine Güte, warum müssen Kinder singen? Darüber habe ich mich fast am meisten geärgert: da steht ein Junge auf der Bühne und trällert vor sich her. Die Jury, bestehend aus Helvetiens Bohlen-Klon DJ Bobo, „Siit ihr es Pärli“-Schätzeli Christa Rigozzi und dem „Schnurri der Nation“ Roman Kilchsperger, ist ganz lieb. Anstatt dieser präpubertären Heulboje zu sagen, sie soll erst mal gradus seichen lernen, wird der kleine gepusht und motiviert. Glaubt mir, auch mit Gesangstraining wird dat nichts, der hat die Töne nicht getroffen. Die fliehen vor ihm.

Und dann diese gepressten „I love Switzerland“-Geständnisse. Diese Talente sind da, weil sie was können und nicht, weil sie Schweizer werden wollen. Warum also diese Showeinlagen?
Der einzige Grund für mich bis 21.50 durchzuhalten, waren die Tambouren aus Kreuzlingen. Das hat wenigstens Spass gemacht. Am Samstagabend braucht man doch Action und nicht Balladen.

Allerdings verpasse ich die Krönung des Talents, weil ich dann gerade in Gedanken mit Terence Hill und Bud Spencer durch die Wüste reite, später ein Stück Fleisch esse und dazu laut rülpsen muss. Kommt ja schlussendlich alles aufs Gleiche raus.

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