Skip to content

Konserven-Sommer mit SRF: schauen Sie noch oder gähnen Sie schon?

Ich gebe es gerne zu: ich bin ein Fangirl. Ich mag Fernsehen. Ich mag Entertainment.
Als Schweizer Medienkonsumentin auf SRF1 habe ich natürlich feste TV-Termine, die mir wichtig sind und die ich schaue, falls irgendwie möglich. „Kassensturz“ ist einer davon, der zweite „Club“ und schliesslich die „Arena“. Alle drei Sendungen konsumiere ich, seit ich 15 oder 16 bin.

Vor der Sommerpause graut es mir allerdings. Denn da läuft auf SRF1, dem sogenannten Hauptsender, nicht mehr wirklich viel. Allerdings habe ich dies noch nie so deftig wahrgenommen wie dieses Jahr, obwohl ich 2015 schon für furchtbar hielt. Um uns herum passierte so viel, derweil SRF Sommerpause machte und ich mir engagierten Journalismus gewünscht hätte. Ich wich gezwungenermassen auf ARD in Sachen Information und Arte und 3sat, was Unterhaltung und Anspruch anging, aus.

Am 28. Juni lief der letzte Kassensturz vor der Sommerpause, am 23. August der erste danach. Das sind fast zwei Monate. Am Dienstagabend wurde jeweils eine langatmige Krimiserie und an den anderen Abenden irgendwelche Konserven gezeigt. Der „Donnschtigsjass“ lief zwar live, ist aber wohl für TV-Zuschauer unter 85 nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Bis vor einem Jahr gab es zumindest noch Live-Produktionen wie „SRF bi de Lüt“ mit Nik Hartmann. 2016 beschenkte uns SRF schliesslich am Samstagabend mit dem drögen „Traumschiff“ und am Sonntagabend mit Schweizer Filmen aus dem hinteren Regal. Die wirklich, wirklich geilen Filme und Dokus liefen erst um 0.00.

Natürlich könnte ich mir gewisse Dinge im Replay anschauen, aber das ist doch wohl nicht der Sinn eines Informationsgefässes wie SRF.

Aktualität war zwischen Juni und August auf SRF1 nur noch grad in der Tagesschau und bei „10vor10“ gewährleistet. Ich weiss ja nicht, wie es Ihnen geht: Aber ich hätte mir Sendungen gewünscht, die auf das eingehen, was um uns herum gerade geschieht. Bei SRF1 bin ich da offenbar an der falschen Adresse.