Tatort Erfurt: Kalter Engel oder – Mach die Balkontüre zu!

Ein Tatort aus Erfurt. Darauf haben wir alle doch schon lange gewartet. Natürlich mobilisieren wir Schweizer als erstes unser geographisches Gedächtnis. Erfurt, das ist doch da, wo… Häh?

Als erstes erleben wir eine Verfolgungsjagd.
Wir bemerken: Erfurt hat was. Besonders hohe Mauern.

Dann lernen wir endlich die neuen Ermittler kennen: Funck und Schaffert und die nervige Praktikantin. Die Protagonisten wirken jung und etwas profillos.
Die nervige Praktikantin fällt als erstes auf. Ihre Sätze bleiben zumindest haften: „Im Stehen kann ich nur schlecht denken“ mag zwar jeder Feministin im Hals stecken bleiben. Doch in diesem Tatort hat der Satz durchaus Berechtigung, wie wir noch sehen werden.

Für einmal geht es nicht um popelige Themen wie Spionage und/oder Russland, sondern um Escort-Service. Ha! Wir lernen auch sehr schnell, dass nur hässliche Männer Frauen bezahlen, damit sie mit ihnen einen schönen Abend verbringen.
Natürlich haben wir alle eine Vermutung, wer das Opfer umgebracht haben könnte. Die üblichen Verdächtigen sind jedoch zu blass. Und so sehen wir der nervigen Praktikantin zu, wie sie den Täter fast dingfest macht.

Thomas Bohn, einer meiner Lieblingsregisseure war auch Herr über diesen Tatort. Ich habe beinahe an ihm gezweifelt und mit blutendem Herzen an „Die Kampagne“ oder „Tod im All“ gedacht. Dass „Kalter Engel“ für einmal mal wieder in wirklichen Farben und nicht blutleer entsättigt gedreht wurde, macht mich glücklich. Herr Bohn hat zumindest mich in Sachen Finale nicht enttäuscht.

Ich warte gespannt auf die nächsten Folgen…