Skip to content

MAKE LOVE – oder wie man Bauarbeiter verlegen macht.

MDR gehört nicht zu meinen Lieblingssendern. Zu sehr verstört haben mich Schlagersendungen, die ich damals noch mit meiner Mutter angeschaut habe. MDR hatte für mich immer den Goût eines altbackenen Provinzsenders. Meine Erwartungen an das neue Format „Make love“ waren dementsprechend niedrig.

Doch ich sollte überrascht werden.
Ann-Marlene Henning, Autorin, führt durch die Dokufolge 1 „Was ist guter Sex?“. Was mir besonders gefiel, war ihr Auftreten: keine verknorzte, krampfhaft aufgestellte Sextante, sondern eine Frau mittleren Alters mit einer tollen offenen Ausstrahlung.

Sie quatscht mal kurz ein paar junge Bauarbeiter in Sachen „Was ist für euch guter Sex?“ an und kriegt Antworten sowie verschämte Gesichter. Doch die Verlegenheit währt nur kurz. Als Zuschauerin kriege ich das Gefühl: der Frau ist nichts peinlich. Mit der kann man reden.

Das junge Pärchen tut’s dann auch. Frau Henning steht bei ihnen vor der Türe. Natürlich erwähnt sie nebenbei, dass das so abgemacht ist. (Danke, hätten wir sonst nicht bemerkt, trägt aber zur guten Stimmung der Sendung bei.)
Hennings lockere, aber konzentrierte Art löst die Zungen des Paares. Was mir dabei besonders gefällt, ist, dass das Paar mit seinen Problemen nicht vorgeführt wird. Das ist in Zeiten wie heute echt ungewöhnlich!

Am Ende wissen wir natürlich nicht genau, was das Paar jetzt mit den erarbeiteten Ratschlägen anstellt. Das ist auch nicht so wichtig, denn die beiden sehen nun wesentlich zufriedener aus als am Anfang der Sendung und das ist doch schon mal was.

Mein Fazit: ich werde mir auch die nächsten Folgen anschauen. Schliesslich lernt frau nie aus!