Tatort: Duckface meets Knautschgesicht

Praktisch jeden Abend könnte man im deutschen Fernsehen einen Tatort sehen.
Und das ist gut so!

Natürlich hält nicht jeder Tatort, was er verspricht. Es gibt einige ausserordentlich langweilige oder moralinsaure Filme, sehr viele mittelmässige Sachen und ab und zu ein Schmankerl, das den Zeitgeist mit seiner Geschichte, der Kameraführung und den richtigen Kommissaren trifft. Aber darum geht’s jetzt nicht:

Seit Ehrlicher und Kain nicht mehr in Leipzig ermitteln, tat ich mich mit den neuen Kommissaren schwer. Ich mein‘, Simone Thomalla wird für mich auf ewig die Trulla mit der Bierflasche sein. Dass sie ihr tolles Gesicht mit Botox und co aufmotzt, macht die Sache nicht besser und ich habe vier Jahre lang alle Leipziger Tatorte boykottiert.

Schlussendlich wurde ich von meiner besseren Hälfte überzeugt, endlich mal den Leipziger zu schauen. Dafür bin ich @nggalai auf ewig dankbar!

Natürlich besitzt die Saalfeld, also Simone Thomalla, wie erwartet, keine drei unterschiedlichen Gesichtsausdrücke. Das ist schade. Stattdessen stöckelt sie elegant durch die heftigsten Tatorte, immer charmant, immer mit gespitzten Lippen. Wie anstrengend! An ihrer Seite, Keppler, ihr Ex-Ehemann. Der ist ein bisserl vom Leben gezeichnet, aber nicht unsympathisch. In der ersten Sendung wirkt er mehr noch wie eine Art verstörter Monk. Vier Jahre später scheint die Figur wesentlich entwickelter. Er ist für mich der Grund, sich die Tatorte aus Leipzig anzuschauen!