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ESC zum vierten. Teil 2

13 Schweiz: Anna Rossinelli. Süss. Sie trägt ein rotes Kleid, obwohl sie doch lieber das kleine Schwarze trüge. Das sind wirklich Probleme. Dann feiern wir doch lieber, dass wir gegen die phöse „Ostverbrüderung“ einen Stich landen konnten. Sind Sie auch so gespannt aufs Finale wie ich?

 

14 Vereinigtes Königreich: Denkt ihr Jungs von Blue tatsächlich, dass es reicht, wenn ihr eure Brusthaare raushängen lässt. Das ist hier keine Mister-Schweiz-Show. „I can“ kriegt von mir eins von fünf Brusthaartoupets.

 

15 Moldawien: Gute Stimmung. Euch kenn ich doch von irgendwo her. Zdob și Zdub mit „So lucky“ Drei von fünf Trommeln schlagenden Omas.

 

16 Deutschland: Schön, dass es Dinge gibt, die einfach so bleiben, wie sie nun mal sind. Lena, zum Beispiel ist so ein Fall. Unbeschwert lasziv tänzelt sie mit ihrem kirschroten Mund und ganz in schwarz durch ihren Videolip „Taken by a stranger. Ihr Englisch ist noch immer herrlich deutsch-akzentuiert. Ich bin gespannt. Vier von fünf Neoprenanzügen

 

17 Rumänien: Mein Gott, was seid ihr Jungs von Hotel FM süss. Und euer Song ‚Change‘ ist einfach mitreissend. Fünf von fünf rosa Luftballons

 

18 Österreich: Nadine Beiler mit “ The Secret is Love“ ist sexy, süss und hat ’ne tolle Stimme. Gewinnen wird sie wohl trotzdem nicht. Geniessen wir einfach ihren Song. Drei von fünf Haarbürsten

 

19 Aserbaidschan: Eldar & Nigar verzaubern mit ihren tollen Stimmen und ihrem anmutigen Charme. „Running Scared“ kriegt von mir vier von fünf Taschentüchern

 

20 Slowenien: Maja Keuc singt „Vanilija“ und damit eines der wenigen Chansons in diesem Wettbewerb. Wofür sie zwei tanzende Kleiderbügel hinter sich auf der Bühne herum hampeln hat, weiss keiner. Ein Tipp beim Zusehen: Augen zumachen. Ihre Stimme füllt alles aus. Vier von fünf Schnürstiefeln.

 

21 Island: Auf die Typen freue ich mich schon die ganze Zeit. Sigurjón’s Friends singen „Coming Home“, machen gute Laune, auch wenn ihr Hintergrund eigentlich traurig ist.Vier von fünf familiären Umarmungen

 

22 Spanien: Klingt zwar etwas nach Ballermannsong, aber was soll’s? Lucia Pérez hat ’ne tolle Ausstrahlung und „Que me quitten lo bailao“ geht voll in die Beine. Vier von fünf Sombreros

 

23 Ukraine: Die Sängerin Mika Newton überzeugt mit Ausstrahlung und einer aussergewöhnlichen Bühnenshow: Die Sandfrau. Schade, dass nun keiner mehr auf sie achten wird. „Angel“ wird aber trotzdem einschlagen. Drei von fünf Schneebällen

 

24 Serbien: Farbenfroh kommt Nina mit „Čaroban“ daher. Ihr Auftritt ist toll und sie ist eine meiner Favoritinnen. Ihr Song geht in die Beine. Wahrscheinlich werde ich mich aus Solidarität in eines von Muttis Sixties-Kleidchen stürzen und mitfeiern. Fünf von fünf künstlichen Wimpern

 

25 Georgien: Ja, liebe Kinder, das kann passieren, wenn Barbie lieber Kleider aus Muttis Alufolie bastelt. Dann landet man plötzlich beim ESC und wundert sich, warum alle verstört kucken, wenn man auf die Bühne kommt. Eldrine mit „One more day“ überzeugen mich nicht. Schade. Ist ein ziemlich schlechter Schluss für ’nen ESC. Zwei von fünf gebrauchten Oropax

 

 

 

 

ESC zum dritten

Ja. Wir klinken uns nun alle wieder ein. Anna Rossinelli und ihre süssen Boytoys haben’s geschafft: sie sind weiter. Und das ohne billigen Gunvor-Glitter, ohne russischen Lesben-Chic, ohne jegliche Vampirgebisse oder aber Piero Esteriore’s ekliges Grinsen. Fertig gelästert. Heute abend schauen wir alle fern und fühlen uns all jenen kleinen Staaten Europas nahe, die genauso wie wir keine Chance auf das Finale haben. Mögen die besten gewinnen…!!

1 Bosnien-Herzegowina: Willy Nelson spielt Balkan-Gitarre
2 Österreich: Mireille Mathieu meets Dita van Teese
3 Niederlande: U2 lebt. Scheisse auf den Anzug
4 Belgien: Nett und charmant
5 Slowakei: Kessler-Zwillinge reloaded
6 Ukraine: die Schneekönigin
7 Moldawien: schade: dröger Technobeat
8 Schweden: Boom Boom…
9 Zypern: der Typ, der wie Chris Martin aussieht
10 Bulgarien: Beth Ditto in dünn aber mit mieser Stimme
11 Mazedonien: keine Worte
12 Israel: Dana International. I love you.
13 Slowenien: Cat Eyes forever
14 Rumänien: gute Weste, fettes Grinsen. Das wird schon, Junge.
15 Estland: Katy Perry’s Look…
16 Weissrussland: boom-boom mit Folklore. Belarus, wir hätten uns gerne in dich verliebt.
17 Lettland: boom-boom bullshit. Sorry.
18 Dänemark: netter Junge mit Klobürstenfrisur
19 Irland: ich seh nur noch doppelt.

Da fällt mir ein: Bitte, liebe Göttin, mach, dass Sven Epiney sein Handy aufgeladen hat. Ohm.

ESC zum ersten.

Nächste Woche ist es endlich wieder soweit. Unser aller, heissgeliebter und meistgehasster ESC findet in Düsseldorf statt. Bei diesem Schauspiel werden in diesem Jahr jede Menge Lena-Klons, Lady-Gaga-Zitate und einige Jungs-mit-Gitarre-Akteure hervorgekramt und der europäischen Weltbevölkerung präsentiert.

In Deutschland ist dieser Gesangswettbewerb etwa so wichtig wie das Fussball-WM-Finale, zumindest aber wie die Wahl zum Bundespräsidenten. Und weil unsere Nachbarn im Gegensatz zu uns begeisterungsfähig und leidenschaftlich sind, arten der Samstagabend vor dem Fernseher oder der Public-Viewing-Leinwand in Klein-Ginsterbach regelmässig zu Verbrüderungsparties aus.

Wenn man dabei an die Schweizer denkt, überkommt einem das Mitleid. OK, die erste Gewinnerin des ESC war die zauberhafte, charmante Lys Assia. Die ist heute aber fast 90 und noch immer topfit. Sie lebt mit ihrem Pudeln in Zürich und meldet sich zu jedem ESC pünktlich mit einer Einschätzung der Lage beim Blick. Die andere Schweizer Gewinnerin war Céline Dion (vor ihrem 15 Nasen-OP’s und vor den legendären Auftritten in Vegas). Ansonsten waren die Schweizer Songbeiträge entweder chancenlos, weil zu exzentrisch, peinlich, denken wir an Gunvor und ihr seltsames, rotes Costume oder aber fasnächtelig wie DJ Bobos Auftritt.

Man darf also auf die Beiträge der anderen Länder gespannt sein. Am nächsten Samstag ist es soweit.