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Der Sonntagabend in der Schweiz – erklärt für TV-Laien

Wenn hier heute die Sonne geschienen hätte, wär ich nach draussen gegangen. Weil ich aber ein ziemlich bequemer, um nicht zu sagen, fauler Mensch bin, blieb ich daheim. Das Schweizer TV-Programm ist in seiner Diversität ungeschlagen und daher höchst empfehlenswert.

Wer behauptet, die Schweizer hätten keinen Sinn für Humor, dem sei wärmestens „Aus dem Geheimarchiv“ mit Walter Eggenberger empfohlen. Der ehemalige Zeigefinger der Nation erklärt dem interessierten Zuschauer Mythen und enttarnt Helden.

Wer beispielsweise auf seltene Sprachen steht, ist mit „Svizra Rumantscha“ bestens bedient. Bereits nach dem dritten Mal zuschauen versteht man die Hälfte und kann mit seinem Halbwissen protzen. Dies sollte man allerdings nur in Zürich tun.

„Tierische Freunde“ war wohl mal für Kinder angedacht. Man sollte „Tierische Freunde“ aber mit denselben (sowie ansässigen Haustieren) niemals schauen. Da treten sterbende, übergewichtige Perserkatzen, zwielichtige Spinnenliebhaber und Heavy-Metal-liebende Powerbräute auf. Das wollen Sie doch Ihren lieben Kleinen nicht zumuten!

„g&g weekend“ ist das Magazin für all jene, die der glamourösen Welt nur von aussen folgen können oder aber wollen. Es ist ein bisschen Servelat, ein bisschen Prosecco und manchmal sogar echter Champagner mit dabei. Die Interviews mit den Promis sind zwar piefig-selbstgefällig-und-ha-di-gärn, sonst aber so lustig, dass sogar der Vater am Abend gerne vor der Kiste ausharrt.

Er wartet ja schliesslich auf den „Tatort“ und das ist gut so. Denn der Tatort bietet Spannung, leicht verdauliche Erotik und Reisetipps fürs nächste Jahr. Oder wollten Sie nicht auch immer schon nach Münster?