Ferien machen krank.

Ferien haben und Ferien machen ist ’ne geile Sache, aber ein grosser Unterschied.
Ich mein‘, es gibt doch nichts Schöneres, als die Füsse an die Sonne zu halten und sich von vorne bis hinten bedienen zu lassen. Man kriegt Drinks, darf Buffets leer fressen und sich über die deutschen Touris mit den rotverbrannten Köpfen am Nebentisch lustig machen. Und wenn man besonders gut betucht ist, macht man ’ne Schiffsreise mit der MS Irgendwas, sitzt beim Captain’s Dinner neben dem Heinz-Weiss-Verschnitt und lässt sich mit dem schönsten philippinischen Steward ablichten.

All diesen verworrenen Bünzli-Phantasien bereitet „Die Ferienprofis“ auf SRF ein herbes Ende. Wir erfahren, wie es wirklich ist, das Ferien-Leben, das sonnengebrannte Pendant zur Altenpflege.

Da ist beispielsweise Pedro, ein Bündner, der seine Lebensaufgabe darin sieht, schlechtgelaunten Schweizer Touris, die eine Pauschalreise gebucht haben, den verschollenen Koffer wieder her zu schaffen. Er lächelt, war bestimmt vor vielen Jahren ein Sonnyboy, doch ist davon nichts mehr zu spüren. Ein Strahlen gelangt erst dann in sein Gesicht, wenn er den nackten Hintern einer Sambatänzerin erblickt.

Miriam arbeitet auf der Insel Kos und ist verantwortlich für die Ferienanimateure. Dass die junge Frau einen Scheiss-Job hat, merkt so ziemlich jeder. Sogar sie scheint sich dessen bewusst zu sein. Besonders traurig wird es, wenn sie mangels Mitbewohnern ihren Wasserkocher umarmt.

Aschi, ein Abenteurer und, wie wir es hier nennen „en geile Siech“ begleitet Elefanten-Expeditionen. Von allen Protagonisten scheint er der Glücklichste zu sein. Er hadert nicht mit seinem Schicksal, sondern atmet höchstens ergriffen, wenn er einen Wüstenelefanten vor die Linse kriegt. Dass er mit klaren Worten seine Expeditionsteilnehmer vor dem Zertretenwerden warnt, zeichnet ihn aus.

Einmal mehr ist uns Zuschauern nicht klar, ob diese Doku-Reihe informieren oder warnen soll. Sarkastisch ist sie allemal.