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Serien-Nerds Paradies: Boot der Liebe

Lange bevor „Das Traumschiff“ in See stach, schenkten die Amerikaner 1977 der Welt die wohl herzerwärmendste und witzigste Episoden-Soap: Love Boat. Bereits der Vorspann macht Lust auf die Gaststars und vor allem die Verwicklungen der „Gastgeber“. Da sind der manchmal etwas trottelige Captain Merrill Stubing, an seiner Seite der Schiffsarzt „Doc“ Bricker sowie Stubings süsse Tochter Vicki. Diese treiben mit ihrer Präsenz die Geschichten um die „special guest stars“ voran. Mein persönlicher Liebling war, ich geb’s gerne zu, Bartender Isaac Washington, gespielt vom wunderbaren Ted Lange. Und nur soviel zu Vicki: ich und viele andere Nerds waren furchtbar neidisch auf diese traurige Träne.

Die Crew der „Pacific Princess“ tut eigentlich den lieben langen Tag nichts anderes, als verkrachte Pärchen wieder zusammen zu bringen, andere zu verkuppeln sowie Mordfälle und Diebstähle aufzuklären. Besonders witzig fand ich beim Recherchieren die Tatsache, dass die Vorlage „The Love Boats“ von der ehemaligen Schiffshostess Jeraldine Saunders stammt.
Im Vergleich zum deutschen Traumschiff ist „Love Boat“ eine eigentlich stinknormale, Aaron Spelling hat sie produziert!, US-Serie: Sie wurde in Kulissen und in wenigen Ausnahmen an Bord eines richtigen Bootes gedreht, was man vom Traumschiff ja nicht behaupten kann. (Wir erinnern uns: deutsche Alt-Stars kriegen fett Kohle dafür, dass sie in den Süden fahren und vor der Kamera andere Alt-Stars küssen.)

Love Boat ist herrlich amerikanisch, kitschig und versüsst einem verregnete Sonntagnachmittage. Leider gibt’s noch immer keine deutsche Synchro auf dem Markt. Aber echte Fans nehmen ja schliesslich auch mit der Original-Version (mit Lachern!!) vorlieb.