Serien-Nerds Paradies: Träume sind Schäume

Naja, das war ja mal wieder ein tolles Timing.
Vor ein paar Tagen schrieb ich über „Love Boat“ und „Das Traumschiff“ und am nächsten Tag stirbt unser aller Kapitän Hansen, alias Heinz Weiss. Na vielen Dank. Der Gute war ja allerdings schon 89 Jahre alt, was jedoch der Trauer keinen Abbruch tut.

Ihnen sagt der Name nichts?

Also, 1981 entdeckte das deutsche Fernsehen, dass die Weltmeere auch von grossen Passagierdampfern befahren werden können. Inspiriert vom Erfolg der amerikanischen Spelling-Produktion „The Love Boat“ und der DDR-Serie „Zur See“ entstand schliesslich „Das Traumschiff“. Traumschiff verkörpert all jene Qualitäten, die wir an den Deutschen so mögen: Leutseligkeit, Geschwätzigkeit und die Fähigkeit, längst erfolglose Alt-Stars zu vermarkten. Ich meine, erinnern Sie sich noch an jene Folge mit Harald Juhnke?

Da war Kapitän Hansen, ein Ausbund von reifer und vorbildhafter Männlichkeit, an seiner Seite Chefhostess Beatrice gespielt von der alterslosen, aber immer charmanten Heide Keller. Wenn ich mich recht erinnere, war da noch Chefsteward Victor gespielt von Sascha Hehn, auf den damals alle standen, was aber niemand einfach so zugegeben hätte. Horst Naumann, den meisten bekannt, als der Schiffsarzt, spielte diese Rolle fast 30 Jahre lang. Nun ist er 85 und steigt aus. Er wird von Nick „Grüss Gott, Herr Kaiser“ Wilder ersetzt.
Die Nachfolge von Kapitän Hansen hat Kapitän Paulsen übernommen. Wen wundert’s?
Siegfried Rauch ist der Darsteller und auch er ist väterlich, männlich und so, wie sich deutsche und Schweizer Touris rauhe Seebären vorstellen.

„Das Traumschiff“ hat eine bewegte Geschichte. Immer wieder wurden die Ausstrahlungskonzepte verändert, was aber der Beliebtheit der Serie keinen Abbruch getan hat. „Traumschiff“ am zweiten Weihnachtstag gehört genauso zur Tradition wie Streit um Geschenke, Blähungen wegen Omas Braten oder den Kater an Neujahr.