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Die grössten Schweizer Talente – frisch eingekauft.

Jaja, die Erinnerung an Susan Boyle und Paul Potts steckt uns noch in den Gliedern und wie kleine missgünstige Kinder zeigen wir auf sie und rufen: „Sowas wollen wir auch!“
Nun denn, der Wunsch soll erfüllt werden – um jeden Preis.

„Die grössten Schweizer Talente“ heisst das Format, das während der nächsten Wochen unsere notwendige Show-Dosis abdecken wird. Wir sind gespannt auf Nerds, Freaks, tanzende Kinder in hübschen Kleidern, Ruinen, Nervknochen und ab und zu eine kleine Perle.

Die Kandidaten werden interviewt und motiviert von Sven Epiney, den wir viel zu selten auf unserem Heimsender sehen. Ich hege die Hoffnung, dass er endlich sein Talent zeigen kann und eine Neuauflage des „Treffpunkts“ als eine Art Hommage an Eva Metzger startet. Aber ich schweife ab.

Unterstützt vom Publikum sitzt die Jury da, und weil wir in der Schweiz und nicht in Deutschland sind, thront nicht der „Godfather of Music“ Bohlen, sondern – DJ Bobo. Er hat den Part des professionellen Fieslings übernommen. Diese Rolle füllt er mit Leidenschaft und Pathos aus. Aus anderen Medien vernehmen wir, dass er nur so „böse“ rüberkommt, weil er an die Talente dieselben Ansprüche stellt wie an Kandidaten, die sich bei seiner Show bewerben. Da sind wir aber beruhigt.

Christa Rigozzi, Ex-Miss Schweiz, spielt das radebrechende Schätzchen, das jedes Mal mit orgasmischen Lauten reagiert, wenn sich ein Künstler-Duo als Liebespaar herausstellt. Und zu Roman „Donnschtigjass“ Kilchsperger mag ich gar nicht viel mehr sagen, als dass er ein Anzug ohne Inhalt ist.

Es scheint jetzt schon klar, dass die Siegerin gefunden ist: Maya Wirz, die singende Chauffeurin. Sie kommt so keimfrei rüber, dass man sich eine Mottoshow wünscht, in der sie Jazz singen muss. Da ist mir der etwas verrückte 75jährige Kurt Oberländer doch viel lieber. Der lebt seinen Traum so oder so.