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A-Team gegen Z-Team

Kennen Sie das? Sie fahren einer Strasse entlang und entdecken plötzlich, dass ein Haus, welches Sie schon als Kind schön fanden, renoviert wurde. Damals war es etwas windschief, wenn nicht sogar baufällig. Doch jetzt, wo es in grellem Hellblau angestrichen wurde, hat es jeglichen Charme verloren. Kommt Ihnen das bekannt vor? Mir geht’s gerade so mit der Neuverfilmung von Das A-Team.

Kindheit in den Achtzigern. Mühsam verhandelte Serienabende. A-Team war eine meiner liebsten US-Serien. Ich weiss gar nicht, wo ich da anfangen soll: George Peppard spielt, nein, ist Hannibal, der Kopf der Truppe. Mr T., der gutmütige Muskelmann ist B.A., der Mann für alles Elektronische, der nur eine Schwäche hat: Flugangst. Faceman war einer der ersten gut aussehenden Männer, an die ich mich erinnere und dank Howling Mad wusste ich, dass es Menschen gibt, die total neben der Spur sind.

Natürlich war A-Team trashig, zeitweise schreiend schlecht gemacht. Ich erinnere mich an Peppards Stuntman, dessen Perücke nie richtig sass. Die einzelnen Folgen waren eine Mischung aus schrägen Dialogen und gewaltigen Explosionen. Ich verstand damals den Hintergrund mit Vietnam nicht. Wie auch, das war nicht Thema im Schweizer Geschichtsunterricht. Aber ich spürte ganz genau, dass es um Gerechtigkeit geht, um Hoffnung. Jemand ist da in der tiefsten Not und hilft, wenn es niemand mehr tut. Vielleicht leben nur Kinder in dieser Illusion.

Ganz im Ernst, was haben Erwachsene im Kino zu suchen, wenn Liam Neeson George Peppard imitiert. Ich mein‘, Neeson ist für mich Rob Roy, aber nicht der zigarrenrauchende, philosophierende Anführer einer Gruppe von Soldaten. Und was soll überhaupt der ganze Stuss von wegen „Neuverfilmung“? Was kommt denn als nächstes? Loveboat? Fantasy Island? Knight Rider?

Die Serien waren gut in ihrer Zeit. Sie erklären die 80er ein wenig, sind eine Art Poesiealbum totgeglaubter Erinnerungen. Als Kind jener Zeit werd‘ ich doch nicht zahlen, um mir eben diese Erinnerungen im Kinosessel zerstören zu lassen.

Man sollte glauben, es gäbe genug innovative Drehbuchautoren, die mehr drauf haben, als vergilbte Scripts auf die heutige Zeit zu umzumünzen. Oder sind etwa wirklich schon alle Geschichten erzählt?