Ein Fall für zwei (junge Männer)

Nach Matulas Claus Theo Gärtners Abgang habe ich nicht daran geglaubt, dass eine neue Sendung mit unverbrauchten Charakteren ähnliches Potential hätte.

Die Mitwirkung von Antoine Monot jr und Wanja Mues hingegen liess mich hoffen. Ich wurde nicht enttäuscht.

Wir lernen Leo Oswald (Wanja Mues) kennen. Er ist in verdeckter Mission unterwegs, was durch das Halbdunkel und die geduckte Haltung offensichtlich wird. Aus uns noch unbekannten Gründen hält er sich in einem Etablissement auf, in welchem leicht bekleidete Frauen herumwandeln. Wir bleiben neugierig.

Schnitt. Benni Hornberg (Antoine Monot jr) ist Fachanwalt für Versicherungsrecht und sucht Leo Oswald im Gefängnis auf. Er wirkt etwas zwanghaft und gleichzeitig chaotisch. Dass seine Anzüge alle gleich aussehen, verwundert keinen. Aber irgendwie tut einem dieser Anwalt, inmitten seiner kalten Wohnung, leid. So erstaunt es uns alle dann auch nicht, dass er kurze Zeit später seine knackige Frau auf der Terrasse bei einem Quickie mit dem Yogalehrer erwischt. Das kennen wir alle.

Wenig später sitzt Benni Hornberg in einer Runde Männer, die alle gekleidet sind wie er. Man erahnt es rasch: das können nur Anwälte sein. Schliesslich sind wir in Frankfurt.

Die Auflösung dieses Falls ist leider einfach. Jürgen Tarrach als Gastdarsteller spielt dabei natürlich eine Rolle. Liebe, Leidenschaft und ein Sportgerät sind in diese unglückliche Sache involviert.

Natürlich freue ich mich auf diese Serie, deren Darsteller noch nicht jenseits der 75 agieren, sondern haarig und noch nicht sooo faltig herummarschieren. Wanja Mues als Leo Oswald wirkt noch ein wenig kühl, aber nach Genuss der letzten Filmminuten nicht minder anziehend. Davon bitte gerne mehr, auch ohne Unterwäsche. Antoine Monots Darstellung von Hornberg macht neugierig und grosse Freude. Er moduliert in wunderbarer Weise seine Stimme. Wir hoffen allerdings darauf, dass seine Figur auf dem Hausboot regelmässig die Haare waschen kann.

Ich jedenfalls werde das nächste Mal wieder einschalten und willig vor dem Fernseher ausharren. Danke, liebes ZDF!!!