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Nicht loslassen!

Was soll ich bloss schreiben über diesen Münsteraner Tatort namens „Die chinesische Prinzessin“?
Dass ich Boerne und Thiel sehr mag? Wie platt…

Wie so oft in einem Tatort gerät einer der Hauptfiguren in eine romantische Verwicklung. Boerne triffts unvermittelt und hart: er hat ein Date mit einer chinesischen Künstlerin. Die sprachliche Barriere wirkt mehr als erotisch auf die beiden. Ein (Alb-) Traum in rot und schwarz.

Thiel flirtet mit Krusenstern, seiner Assistentin, die angenehm gealtert ist und endlich mal richtig ins Bild kommt. Sie trinken Wein aus Massgläsern und Thiel wacht am nächsten Morgen mit nacktem Hintern in grauer Bettwäsche auf.
Während der Chinesin also die Kehle durchgeschnitten wird, tummelt sich Thiel mit Krusenstern in unklarer Absicht herum. Was genau passiert, bleibt der Phantasie und den Schilderungen der Figuren überlassen. Fest steht, dass Boerne der Hauptverdächtige am Mord der Chinesin ist. Er ist bis zur Oberlippe abgefüllt mit Kokain.

Warum er in seinem Jeans-Anzug den Rest der Tatort-Folge miterlebt, weiss nur der Drehbuchschreiber. Logisch ist es nicht, Spass macht es aber trotzdem.
Schade ist nur, dass Frau Alberich und die Staatsanwältin zu Nebenfiguren verkommen. Sie wirken seltsam figurenhaft, fast wie Schattenmarionetten.

Die Bildsprache ist natürlich mal wieder entsättigt. Kein Schnickschnack. Keine Psychoscheisse. Gut!

Mein persönliches Highlight: die letzte Szene. Man möchte es jedem Mann gönnen, dass er mit einem Freund Turandot in schweren Zeit hört oder „je länger man ausharrt, desto höher die Erwartung…“