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Tatort Hamburg – Feuerteufel. Der Neue ist (k)ein Milchbubi

Schon wieder ein neuer Kommissar. Langsam wird es langweilig.
Ach nein! Es ist ja Wotan Wilke Möhring. Ihr wisst schon. Antikörper. Der süsse Fratz.
Ich jedenfalls war gespannt auf heute abend.

Wotan Wilke Möhring gibt den Thorsten Falke. Ein ganzer Mann. In der Anfangsszene lässt er seinen Kumpel über ein Feuerchen springen. Toll. Diesem Kommissar würde ich alles anvertrauen, besonders meine St. Galler Bratwürste.

Doch wer ist Thorsten Falke eigentlich?
Wir bemerken schnell: Der Mann ist nicht laktoseintolerant. Er säuft Milch am Laufmeter, in allen Situationen und in allen Temperatur- und Verwesungsgraden. Ist das etwa der Grund für die seltsame Synchro am Anfang? Sollten da Furzgeräusche übertönt werden?

Thorsten ist aber durchaus sympa. Er trägt nette T-Shirts, ist durchtrainiert und vor allem: er hat eine Katze. Mit dieser kommuniziert er auf eine Art und Weise, die wir bisher noch selten bei Kommissaren bemerkt haben. Doch eine Frage dazu hab ich noch: Warum denken alle jungen Regisseure, sie müssten „ihren“ Kommissar Schimanski-like sportlich und beim Einverleiben von Lebensmitteln beim geneigten Publikum einführen?

Auch seine Hospitantin, gespielt von der zauberschönen Petra Schmidt-Schaller, wird etwas ambivalent vorgestellt. Was um Gottes Willen macht diese Frau in Hotpants und hochhakigen Stiefelchen im Revier? Will sie da anschaffen gehen, um ihre Stipendien zurückzuzahlen? Schade. Diese Figur hätte gerne etwas realitätsnahe geschrieben werden dürfen…

Die Story scheint schnell erzählt: Offensichtlich verwirrter junger Mann zündet Autos an. Dabei stirbt ein Mensch. Er begeht diese Taten aus Liebe. Ja klar. Und wahrscheinlich wollte er sein Filmchen auf Facebook stellen. Wie realistisch. Fuck.

Natürlich kommt alles anders. Leider nicht besser. Das Ende der Story ist derart himmelschreiend schlecht konstruiert, dass man gleich noch einmal den Böögg anzünden möchte, in der Hoffnung, dass auch aus Deutschland endlich wieder gute Tatorte kommen.

Hey, Freunde. Ihr könnt doch echt mehr als gruselig gelbstichige Wohnungseinrichtungen filmen?? Nächster Versuch!