Tatort Bremen – Der Puppenspieler

Schon lange nicht mehr habe ich einen derart dichten und spannenden Tatort mehr gesehen.
Die Geschichte ist, wie es sich für einen guten Plot gehört, schnell erzählt:
Schnieker Richter (Christoph M. Orth) schläft mit Lolita. Diese filmt mit ihrem Freund den Geschlechtsakt. Der Freund, ein lockiger Beachboy, wird ziemlich brutal von einem Killer getötet. Auch das Mädchen schwebt in Todesgefahr, wird aber von Assistent Stedefreund gerettet.
Am Ende zieht sich das Netz um den Richter zu. Zwar scheint ihn ein Herzinfarkt vorerst zu retten, doch kurze Zeit später stürzt er sich aus einem Fenster des Spitals.

Inga Lürsen ist beileibe nicht meine Lieblings-Tatort-Kommissarin. Ich fand die Bremerin bisher immer eher etwas verbraucht, biestig und vor allem langweilig.Heute habe ich meine Meinung revidieren müssen.Das hat mehrere Gründe

  • Marcus Kanters Kamera ist wunderbar. Sie ist nüchtern, schnörkellos, aber direkt und effektiv. Sie wirkt ruhig und fängt doch ein, was wichtig ist. Einfach wunderbar.
  • Christian Jeltichs Drehbuch begeistert mich. Wundern tut es mich nicht. Schliesslich hat der Mann sehr viel Erfahrung und einige Bremer und Münchner Tatorte geschrieben. Seine Dialoge gefallen und sorgen für gemässigtes Amüsement. Von Dialogen wie diesem „Mach ich Sie nervös? Ich mein‘, so als Mann?“ will ich bitte mehr hören
  • Antoine Monot jr. ist mein heimlicher Held. Einige kurze Auftritte. Ein beleibter, geschmeidiger Mann mit Bart, mit Heldentenor und gekleidet in gutem Zwirn erfreut frau meistens. Ich hoffe auf eine Fortsetzung in Bremen, so gern ich den Stedefreund mag
  • Inga Lürsen ist mal endlich weiblich und nicht immer nur verbiestert. Siehe Punkte 3.

 

So bleibt für mich zumindest am Schluss ein Hoffnungsschimmer, dass auch weiterhin tolle Tatorte aus Bremen kommen. Toll, was öffentlich-rechtliches Fernsehen kann.