TV Real macht Ferien – Internationale Begegnungen

Das Hotel beim Grimselsee scheint mir ein Spiegel der heutigen Touristenlandschaft in der Schweiz zu sein. Da ist der bayrische, braungebrannte Lifestyle-Wanderer komplett in Chiemsee gekleidet, an der Seite die blonde Freundin, die so glücklich aussehen, dass es einen rührt. Dort sitzt die japanische Reisegruppe, alle zwischen 45 und 80, in den Farben grau, schwarz und hellgrau gekleidet, gut gelaunt, leise flüsternd und immer etwas geschockt von der italienischen Kaffeemaschine, die auch noch Milchschaum macht. Neben uns nimmt eine französische Grossfamilie Platz, alle sehr gut gekleidet und die Kinder auffällig wohlerzogen. Dann fehlt nur noch das Schweizer Zürcher Rentnerpaar, gut zu erkennen am Partnerlook, der jeglichen Farbgeschmack vermissen lässt. Hier jedenfalls scheint es an interessiertem und gut zahlendem Klientel nicht zu fehlen. Wen wundert’s?

Während unserer Reise vom Grimsel über die Furka, den Gotthard, den San Bernardino über den Splügen und schlussendlich den Maloja fällt uns etwas auf: es hat im Vergleich zu den letzten Jahren sehr viel weniger ausländische Autos, besonders Franzosen, Belgier und Holländer. Ich erinnere mich, dass ich noch vor zwei Jahren halb wahnsinnig wurde, weil so viele holländische Campingwagen die Furka zu meinem absoluten Hass-Pass machten.

Letzte Woche hingegen schienen mir die Alpenpässe fast leer. Ab und zu wurden wir von Töfffahrern überholt, aber auch das hielt sich in Grenzen. Ich nehme mal an, dass all diese Touris den Schweizer Hoteliers fehlen werden. Aber was ist mit den Schweizer Gästen?