Skip to content

Requiem für einen der unseren.

Ein Wort über den lustigsten Mann der Schweiz, den Schnuri der Nation, der zu allem Elend auch noch ein Landsmann von mir ist und am selben Tag Geburtstag hat: Bernard „Beni“ Thurnheer. Als Kind, und das ist doch schon eine hübsche Weile her, fand ich den urkomisch. Damals hat er noch Sport kommentiert und ich wusste, wenn der am Mik ist, dann kommt das gut.

Irgendwann hat er eine eigene Sendung bekommen: Tellstar. Zwar war das eine Quizshow, doch noch heute erinnere ich mich mit Grauen an die Titelmusik, die Fragen und der Steilvorlage für Nerds: das Spezialgebiet-Quiz. Dazu mussten die armen Kandidaten in einem platzangstfördernden Seilbähnli sitzen und schwitzend Fragen beantworten. Beni moderierte und war stets lustig. Was haben wir uns vor dem Fernseher amüsiert. Heute käme der Tierschutzverein.

Vor bald 20 Jahren startete er als Showmaster mit „Benissimo“ durch. Ich erinnere mich daran, dass mein Vater sich immer gewünscht hat, mal von Beni während der Sendung angerufen zu werden, damit er ihn runterklatschen konnte. Leider hat das nie geklappt.

Thurnheer fällt durch seinen unglaublichen Redefluss auf, er quasselt jeden Kandidaten in Grund und Boden, beleidigt sie mit grosser Finesse und ist so das lebende Sprachrohr aller Füdlibürger und Vorurteilsverteidiger in diesem Land. Und weil er eigentlich ein sehr intelligenter Mensch ist, er spricht mehrere Sprachen und hat sein Studium magna cum laude abgeschlossen, liebt er es, in seinen Sendungen sein Sprachtalent vorzuführen. Er freut sich wie ein kleines Kind, wenn er mit einem Kandidaten Italienisch sprechen kann. Auch wenn der eigentlich Rätoromanisch redet.

Bald tritter ab. Ich werd ihn vermissen: seine boshaften Sprüche, die Quasselorgien und seine Bonmots. Aber ich bin sicher, irgend ein anderer Depp, wird in seine Fusstapfen treten.

Bitte nicht Kilchsperger.