Nachgesang

Er war ein Idol unserer Kindheit. Nicht vergleichbar mit anderen. Eher ein witziger Onkel, der sich nachmittags auch mal als Frau verkleidete und gut singen konnte. Er war jede Woche bei uns daheim zu Gast. Er sang samstags oder sonntags auf einem der dritten Kanäle, schmuste und klaumaukte sich durch zweitklassige Komödien, begleitet von Gunther Philipp.

Peter Alexander war seit den 50ern ein ständiger Begleiter der kleinen Leute. Sie hörten seine Songs am Radio, gingen ins Kino, um ihn an der Seite Caterina Valentes oder Bibi Johns zu sehen. Sie liebten ihn. Er war perfekt. Seine Stimme klang familiär und doch fremd genug. Er war Wiener. Österreicher. Und keiner hätte in den 80ern zugegeben, ihn gerne zu mögen.

Peter Alexander. Ein fremdländischer Name und doch – Wien. Er brachte meinen Grosseltern und Eltern die weite Welt ins Haus. Er sang und vereinte alle. Kein Weihnachten verging bis zu meinem 18. Lebensjahr, ohne ihn. Er gehörte dazu, wie die alte Krippe mit den skifahrenden Zwergen, deren Leib aus einem Föhrenzapfen bestand. genauso wie die Witze meines Grossvaters über Irak und den Weltfrieden. Er wirkte wie ein Überbleibsel aus einer Zeit, deren Zauber sich erst jetzt, dank youtube, für mich erschliesst. Peter. Er war nicht nur ein Schauspieler, Schlagerkasper und das, was man heute so ehrerbietig „Entertainer“nennt, weil es keinen mehr gibt. Er war mehr als das. Er war die personifizierte Sehnsucht nach einer besseren Welt, Liebe und Harmonie.
Ruhe in Frieden, Peter Neumayer. Ich vermisse dich.