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Die Ludolfs – garantiert kein Prollo-TV

Seit einigen Jahren geistern sie durch die Medien, die vier Ludolf-Brüder, die gemeinsam eine Autoverwertung führen. Da sind Manni und Uwe, die beiden Männer für die harte und dreckige Arbeit. Sie weiden die Autos aus. „Vorne“ betreuen Günther und Peter die Kunden. Günther hockt den ganzen Tag am Telefon und nimmt Anfragen entgegen und leitet sie sofort an Peter weiter. Peter sitzt meistens neben ihm und schläft.

Was auf den ersten Blick piefig aussieht, hat’s in sich. Ihr Leben mag nicht besonders aufregend sein, aber Langeweile sieht anders aus. Die vier Brüder sind Mittelpunkt eines Medienhypes, der vielleicht erst jetzt zu einem Ende findet, wo Günther, der Telefon-Bruder, tot ist.

Man stelle sich das vor: In Zeiten ,wo junge Frauen alles tun, um ins Fernsehen zu kommen und sogar dafür sterben, latschen vier Typen durchs Bild, denen man wirklich nur das schrottreife Auto anvertrauen würde. Doch sieht man genauer hin, bemerkt man, dass die Männer vielleicht keinen Hochschulabschluss und auch nicht besonders feine Manieren haben und dennoch mitten im Leben stehen und wirken. Sie arbeiten tagtäglich in ihrer Schrottverwertung, einem Paradies für Männer, die tief drinne noch kleine Jungs sind. Sie motzen Autos auf, polieren sie, weiden sie aus und haben nebenbei jede Menge Spass.

Im Gegensatz zu anderen Reality-Serien leben diese Männer nicht für die Kamera, sondern trotzdem. Sie fluchen, rauchen, essen ihre Nudeln. Sie spielen einander Streiche und sind doch ganz nah und echt Familie.

Trotz des vielen Mülls, der speckigen Tapete, der ranzigen Kleider und Haare sind diese Brüder Schätze. Sie leben vielen anderen vor, worum es im Leben geht: um Freundschaft, Lebensfreude, Familie und – geile Autos.