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Ein Engel kommt selten allein.

Earl Hickey ist das personifizierte Vorurteil der Europäer über Amerikaner. Er ist ein Weisser, trägt ’nen fetten Schnurbart, ist mit ’nem blonden Chick zusammen und seine Söhne sind von zwei verschiedenen Vätern. Er wohnt mit seiner Frau Joy in einer Wohnwagensiedlung. Er hat keinen Job. Sprich: er ist white trash vom Feinsten.

Gemeinsam mit seinem lernbehinderten Bruder Randy macht er Überfälle und raubt alte Ladies aus. Er ist ein Arschloch. Doch als er ein Los kauft und 300’000 $ gewinnt, schlägt das gebeutelte Karma zu. Earl wird von einer alten Dame überfahren.

Der Kerl liegt schwer verletzt herum und schreibt eine Liste auf gelbem Papier. Auf dieser Liste stehen alle seine Schandtaten, die er wieder gut machen will, um ein glücklicheres Leben zu führen. Unterstützt von seinen Freunden, der „Gang“, die aus seinem Bruder, seiner Ex-Frau, deren Ehemann Darnell genannt „the Crabman“ und Catalina, der Südamerikanerin, die nicht aus Mexico stammt, besteht, arbeitet er seine Aufgaben ab.

Jason Lee, bekannt als Azrael in „Dogma“ und Stammdarsteller Kevin Smiths, ist Earl Hickey. Er schafft den Spagat zwischen verabscheuungswürdigem Arsch und gutherzigem Helden.

„My Name is Earl“ ist eine Mischung aus , „Highway to Heaven“, „Ein Duke kommt selten allein“ und „Ocean’s Eleven“. In dieser Serie gehts nicht nur um tumbe Südstaatler. Würde Michael Landon noch leben, wäre „My Name is Earl“ der „Engel auf Erden“ der 00er Jahre. Und Hoffnung ist ja weiss Gott nicht das erste, was einem bei Amerika einfällt.

Die Serie hinterlässt nicht nur ’nen fetten Grinser im Gesicht und Ketchup-Flecken auf Mamas Couch, sondern einfach nur gute Laune. Schon lange nicht mehr hat eine US-Serie soviel Spass gemacht!! Wer über Weihnachten keine Lust hat auf Familienfeste, ist mit den Staffeln 1-3 auf DVD gut bedient. Gute Nacht, Randy!!

One Comment

  1. nggalai wrote:

    Großartige Serie, zumindest die ersten zwei Staffeln. Mehr habe ich noch nicht gesehen, aber holla die Waldfee!

    Die Serie ist anarchisch, gleichzeitig tief protestantisch. Ja, das geht. Sowohl Produzenten als auch Schauspieler scheinen viel Spaß gehabt zu haben, wir als Zuschauer erst recht.

    Wo sonst findet sich schon Fäkalhumor gepaart mit Karma, Südstaaten-Romantik und tiefstem Humanismus?

    Für mich die Serie der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts. Also, nicht weil sie so viel toller als House oder Scrubs wäre, sondern weil sie menschelt, aber keinen Brechreiz auslöst.

    Der Hamster(?) werfende Beau Bridges bleibt unvergessen!

    Freitag, Dezember 10, 2010 at 20:18 | Permalink

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