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Traders. Weck mich wieder, wenn ich tot bin.

„Deal or no deal“ ist tot. Es lebe „Traders“. Es lebe Roman Kilchsperger. Er lebe hoch! hoch!! hoch!!!

Was da so fröhlich daher kommt, ist in Wirklichkeit der Abgesang auf die Schweizer Gameshowkultur. Wir erinnern uns wehmütig an wahre Highlights wie „Tell-Star“, das unsäglich peinliche „Switch“ oder gar das schnusige „Traumpaar“ mit seinen Protagonisten.

Traders ist eine Ausgeburt der Hölle Endemols. Und genau so fühlt es sich auch an. Das Fernsehstudio sieht zwar noch immer gleich aus wie zu Deal-Zeiten. Alles ist lieblos eingerichtet, muss jederzeit mit dem Hochdruckreiniger geputzt und desinfiziert werden können.

Die allzeitbereiten Bunny-Verschnitte, die Money-Girls, sind leider wegrationalisiert worden und müssen jetzt wieder studieren, als Friseusen oder gar Blick-Tittenmädchen arbeiten.
Der Moderator, einst die Show-Hoffnung der Alpen, ist stark unterfordert. Ich vermute mal, dass er Mühe hat, sich wachzuhalten oder sich an Primarschulzeiten zurückerinnert. Genauso fühlt sich nämlich der Auftritt der Traders an: fünfzig sogenannte Traders, Händler, spinnen dann nämlich wie Zweitklässler auf Ritalinentzug rum, wedeln mit den Händen, um ihre Antwort zu verkaufen.

Der Kandidat, der in erster Linie unsympathisch daherkommen muss, darf nämlich, wenn er im Quiz eine Antwort nicht weiss, die Traders um Hilfe bitten. Er wählt sich zwei aus. Die erzählen ihm eine Story. Dann wählt er seinen Antwortgeber aus. Während zwanzig langen Sekunden gehts dann zu wie auf’m marokkanischen Gemüsemarkt, bis sie sich auf einen Betrag einigen können, für den der Trader seine Antwort verkauft. Und die muss nicht einmal richtig sein…

Spannung ist also garantiert. Sogar meine Füsse sind dabei eingeschlafen.