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Nein. Lieber nicht.

Mein Vater liebt dieses Ratespiel. Mein Freund Fritz mag die Anzüge, die der Moderator trägt. Und mein guter Freund Ali mochte die schwarzen Pagenkopf-Perücken. Ich kenne übrigens keine einzige Frau, die mit ganzem Herzen sagt: ich liebe „Deal or No Deal“. Liegt wohl daran, dass da hauptsächlich nur leicht bekleidete Damen auftreten.

Roman Kilchsperger heisst der schlaksige, ehemalige SF-Lümmel, den alle Mädels um die 25 sexy fanden und der trotzdem auf Tami abfuhr. Er führt jeweils durch die Sendung, die hauptsächlich von Menschen zwischen 30 und 130 gesehen wird. Kilchsperger fällt auf durch „Witzchen“, die sein jeweiliges Gegenüber entspannen sollen, aber eigentlich erreicht er genau das Gegenteil. Mir scheint, als sei die Sendung hauptsächlich Vehikel, damit er selber im besten Lichte dasteht. Ich meine, so einen wie ihn gab’s das letzte Mal, als Mäni National noch lebte.

Wie der jeweilige Showkandidat aus der Masse geeist wird, ist eine Frage des Glücks und der schnellen Reaktion. Böse Mäuler lästern, dass nur Menschen, die entweder Sozialhilfe, Stipendien oder IV beziehen als Kandidaten in Frage kommen. Das ist natürlich böses Gerede. In Wirklichkeit ist es aber so, dass die Quiz-People weder geschminkt, noch frisiert, noch in irgendeiner Art beraten werden, was ihre Kleiderwahl angeht.

Die wenigen Male, die ich „Deal or No Deal“, notabene mit meinem Vater, dem grössten Fan, gesehen habe, lief immer das gleiche Szenario ab: Kandidat W.T. (steht für white trash) sitzt also auf dem Stuhl und hat seinen Scheisskoffer gewählt. Ich habe den Verdacht, dass keiner der männlichen Spieler jeweils auf die Nummer gekuckt hat.

Er darf nun geduldig auf dem unbequemen Folterstuhl abwarten, was Showmaster Kilchsperger alle fünf Minuten mit der Bank am Telephon bespricht. Das ist sehr spannend! Ich vermute ja, dass in Wirklichkeit die Maskenbildnerin am anderen Ende hockt und ihm schweinische Witze erzählt. Anfangs wird dem Kandidaten ein lockender Deal in Aussicht gestellt und weil normalerweise JEDER den Betrag zwischen -.05 und -.50 im Koffer hat, wird der Deal immer geringer.

Am Ende darf der von Akne oder billigem Make-up verseuchte „Gewinner“ seinen Betrag mitnehmen. Leider kann man heute von 5 Rappen nicht einmal mehr einen „Füfferbolle“ kaufen. Die kosten nämlich bereits 20 Rappen. So ist das nun mal mit den Deals im Alltag.

3 Comments

  1. Magor wrote:

    Ich glaube, meine Mutter schaut das auch, aber ich werd bei nächster Gelegenheit noch einmal fragen. Kann ja sein, dass sie damit tatsächlich nur die Zeit zwischen Roger Federer und einem Fussballländerspiel überbrückt.
    Die Jubiläumssendung hab ich mir am Samstag auch angeschaut. Unweigerlich fiebert man irgendwann mit und weiss nicht warum. Ich gewinne ja nichts, kennen die Proleten nicht (die Promis schon) und mach mir letztlich absolut nichts draus, welcher Betrag im Koffer steht. Pech gehabt, oder Glück gehabt. Also 250 Sendungen lang das Gleiche. Und ich denke fortwährend: Bei so vielen Koffern möchte man wirklich verreisen.

    Dienstag, März 9, 2010 at 15:41 | Permalink
  2. Das habe ich nun von meiner elenden Nörgelei: mein Vater und seine Frau haben mich zu einer Aufzeichnung „Deal or no Deal“ eingeladen. Ende Mai soll es soweit sein. Man darf gespannt sein und ich werde meine Eindrücke bestimmt nicht verschweigen…

    Mittwoch, April 14, 2010 at 23:32 | Permalink
  3. nggalai wrote:

    Oh, dann bin ich ja echt gespannt. Also demnächst mehr hier?

    Donnerstag, Mai 20, 2010 at 11:15 | Permalink

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