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Für einmal (k)ein Bienzle

Bienzle ist tot. Es lebe Bienzle! Hoch leben Lannert und Bootz!!

Ach ja. Nun sind die Zeiten vorbei, in denen unsereins gemütlich vor der Kiste hockte und zu Bienzle, Trenchcoat und Hut ein Bierchen schürfte. Nun ist Action angesagt. Der SWR, als Rennstallbesitzer der meisten Tatortkommissare (Odenthal, Blum und fröher eben Bienzle) hat den ältesten Klepper gegen junge Hengste ausgetauscht.
Richy Müller, der Held aus „Irren ist männlich“ spielt Lannert, den „Grossstadtkämpfer“ und wem als einziges Attribut für diesen Schauspieler das „markante Gesicht“ einfällt, dem fällt auch sonst nicht viel auf. Müller gibt einen Lannert, der für einmal aus der Tatortreihe tanzt; sein Haar ist ungebändigt und wild, so wie es Carlo Menzingers Kopfschmuck lange Zeit tat. Lannert wirkt ruhig und auf beunruhigende Art sanft. Ganz anders ist da sein Kollege Bootz, der von Felix Klare dargestellt wird. Bootz sieht aussergewöhnlich gut aus und ist ausserdem ein grottenschlechter Schauspieler.

Der Südwestdeutsche Sender setzt zudem auf Multinationalität. Die eine Ermittlerin stammt in dritter Generation aus Serbokroatien (aus welchem Land genau war zur Zeit des Drehs nicht ganz klar), die Staatsanwältin hat argentinische Wurzeln und nur der Gerichtsmediziner schwäbelt ein wenig.

Die Schlüsselszene dieser ersten Folge: Bootz und Lannert spielen ein schwules Pärchen, das ein Kind adoptieren will („wir bevorzugen ein Mädchen“). Die Adoptionstante sieht so unglaublich misstrauisch aus, dass ich jeden Moment erwartete, sie an den Gurgeln der verdeckten Ermittler hängen zu sehen, weil das ganze so schlecht gespielt war.

Alles in allem war „Hart an der Grenze“ für ein Debüt nicht schlecht und ich erhoffe mir doch einiges von den beiden Turteltäubchen in Leder und zerborstenem Lack…
Ach ja, die zweite Schlüsselszene erinnerte mich an „French Connection“. Die Verfolgungsjagd quer durch die Stadt war wirklich geil. Vor allem als die Seitenspiegel abgebrochen sind. Aber für solche Fälle gibt’s ja eine Versicherung, vor allem wenn die Karre der Staatsanwältin gehört…

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